Von Doreen Fiedler

Magdeburg (dpa). Die Wahlbüros öffnen zwar erst am kommenden Sonntagmorgen, doch viele Sachsen-Anhalter haben ihre Stimme für die Landtagswahl bereits abgegeben. Bei der Briefwahl zeichnet sich eine höhere Beteiligung als bei der vergangenen Landtagswahl ab, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa bei kommunalen Wahlleitungen ergab. Vor fünf Jahren hatte etwa jeder Zehnte per Brief gewählt. "Es ist bequemer, als am Wahltag in das Wahllokal zu gehen, und außerdem ist es anonymer", erklärte der Leiter des Kreiswahlbüros für Wittenberg und Jessen, Reinhard Kelle, den Trend zur Briefwahl.

Städte erwarten Rekordbeteiligung

Die größten Städte des Landes erwarten eine Rekordbeteiligung. In Magdeburg lagen bereits 15 386 Anträge auf Briefwahl vor. Das waren eine Woche vor der Wahl bereits mehr Anfragen, als bei der vergangenen Wahl insgesamt eingegangen waren (15 172). "In Magdeburg findet zusätzlich ein Bürgerentscheid statt. Dieser mobilisiert vermutlich zusätzlich Wähler", meinte der stellvertretende Magdeburger Wahlleiter Tim Hoppe. Auch in Halle spricht Kreiswahlleiter Bernd Wiegand von einer "starken Zunahme" der Briefwähler. 13 566 Briefe habe die Stadt bereits versandt (2006: 12 405).

Während in Magdeburg bislang 7,8 Prozent und in Halle 7 Prozent der Wahlberechtigten ihr Kreuzchen per Post verschicken wollen, sind es in den ländlichen Kommunen und kleineren Städten weit weniger Menschen. In den Wahlkreisen Wittenberg und Jessen forderten 4,7 Prozent Wahlunterlagen an, in den Wahlkreisen Köthen, Zerbst, Wolfen und Bitterfeld waren es sogar nur 3,8 Prozent.

Doch nicht jeder Bürger, der die Briefwahlunterlagen beantragt, schickt den ausgefüllten Wahlschein auch zurück. Etwa 90 Prozent von ihnen stimmten tatsächlich ab, sagte Wahlamtsleiter Michael Conrad über die Wahlkreise in Dessau-Roßlau. In Salzwedel und Gardelegen-Klötze ist der Rücklauf noch geringer: 1014 ausgefüllte Stimmzettel von 2779 beantragten Stimmzetteln sind dort bisher eingegangen.

Der rote Wahlbriefumschlag muss bis spätestens 18 Uhr am Wahlsonntag sein Ziel erreichen. Der Landeswahlleiter empfiehlt, die Wahlbriefe bis Donnerstag in die Briefkästen zu werfen. Wer plötzlich krank wird, kann die Briefwahlunterlagen von einer Person seines Vertrauens noch am Sonntag abholen lassen. Bis zur Schließung der Wahllokale muss der rote Umschlag im Wahlamt sein.