Harzgerode/Seesen (dpa). Die Zahl der Luchse im Harz hat sich im vergangenen Jahr weiter erhöht. Mindestens sechs Raubkatzen haben Junge bekommen. Das ergab die Auswertung aller Beobachtungen und Spuren, sagte der Luchs-Experte des Nationalparks Harz, Ole Anders, der Nachrichtenagentur dpa gestern.

Den größten Wurf hatte eine Luchsin im Raum Seesen in Niedersachsen. Sie zieht gleich vier Jungtiere auf einmal auf, wie Videoaufnahmen belegen. "Einen derartig großen Wurf hat es in den vergangenen Jahren im Harz bisher erst einmal gegeben", berichtete Anders.

Eine mit einem Senderhalsband ausgestattete Luchsin, die sich im Raum Harzgerode in Sachsen-Anhalt aufhält, brachte drei Junge zur Welt. Von vier bis fünf weiteren Raubkatzen mit Nachwuchs gibt es diverse Spuren und Beobachtungen. Diese Muttertiere haben jeweils ein oder zwei Junge.

Auch aus dem Eichsfeld in Thüringen gibt es zwei Hinweise auf eine Luchsin mit Nachwuchs, sagte Anders. Weitere Jungtiere wurden im vergangenen Jahr in den Wäldern östlich von Kassel in Hessen) geboren. Sie stammen ebenfalls von den Harzer Raubkatzen ab.

Seit Beginn des Wiederansiedlungsprojekts im Jahr 2000 haben bereits diverse in Freiheit geborene Luchse den Harz verlassen und sich in umliegenden Regionen angesiedelt.

Die im vergangenen Jahr geborenen Jungtiere werden nach Angaben des Luchsexperten in diesen Wochen nach und nach ihre Mütter verlassen und sich eigene Reviere suchen. Die Luchsinnen paaren sich jetzt neu und werden dann voraussichtlich im Mai wieder Nachwuchs zur Welt bringen.