Magdeburg. Vor der morgigen FDP-Landesvorstandssitzung wächst der Druck auf die Landesvorsitzende der Partei, Cornelia Pieper. Nach dem Rauswurf der Liberalen aus dem Landtag von Sachsen-Anhalt hatte Pieper ihr Schicksal mit dieser Sitzung verbunden und noch gestern in der Volksstimme angekündigt, dass der Vorstand Empfehlungen für den neuen Landesvorstand geben werde. Sie hatte dabei offengelassen, ob sie erneut für den Vorsitz kandidieren werde.

Lydia Hüskens, FDP-Kreisvorsitzende von Magdeburg, sagte nach einer Sitzung des Kreisvorstandes am Montagabend: "Wir gehen davon aus, dass es auf dem Landesparteitag am 9. April keine Kandidatin Pieper geben wird." Der Kreisvorstand wolle den bisherigen Fraktionschef Veit Wolpert als neuen Landesvorsitzenden vorschlagen. Hüskens selbst will erneut als Mitglied des Landesvorstands kandidieren.

Kritik an Pieper, die zugleich Vize-Bundesvorsitzende ihrer Partei ist, kommt auch aus anderen Teilen der Basis, so vom Vorsitzenden des FDP-Ortsverbandes Gommern, Wolfgang Rauls. "Die Landesvorsitzende hat sich vom Hoffnungsträger der 90er Jahre zur Belastung für den Landesverband entwickelt", schrieb Rauls in einem Brief an die Volksstimme, mit dem er auf die gestrige Veröffentlichung reagierte. Rauls forderte darin eine inhaltliche und personelle Neuaufstellung der FDP. Er erinnerte an die großen Erfolge der FDP bei der Landtagswahl 2002, die wesentlich auf Pieper zurückzuführen gewesen seien. "Dass sie im Anschluss nicht bereit war, Verantwortung im Land zu übernehmen und nach Berlin ging, war für viele Parteimitglieder und Wähler eine herbe Enttäuschung mit langer Nachwirkung", meinte Rauls. Nach dem schlechten Wahlergebnis 2006 sei Pieper wieder nicht bereit gewesen, Verantwortung zu übernehmen. Mehrere Parteitage hätten das toleriert, aber damit müsse Schluss sein.

 

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