Ein 72 Jahre alter Mann hat in der Nacht von Sonntag zu Montag in Quedlinburg aller Wahrscheinlichkeit nach selbst sein Haus in die Luft gesprengt. Die ersten Ergebnisse, die die Halberstädter Brandursachenermittler zusammengetragen haben, weisen darauf hin, dass das nächtliche Feuer nach einer Gasexplosion ausgebrochen war. Horst P. starb in den Flammen seines Hauses.

Quedlinburg. Die Polizei wurde in der Nacht zu gestern um 2.25 Uhr von der Halberstädter Rettungsleitstelle darüber informiert, dass das Quedlinburger Gehöft brannte. Der Großbrand in der "Feldmark links der Bode 15" war durch einen Zeugen gemeldet worden.

Die nur wenig später anrückende Feuerwehr hatte keine Chance mehr, das Wohnhaus von Horst P. zu retten. Das dreistöckige Gebäude, etwa zwei Kilometer vom Ortsrand entfernt, brannte bis auf die Grundfesten nieder.

Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte der Verdacht nahegelegen, dass dem Feuer auf dem etwas abseits stehenden Grundstück eine Gasexplosion vorausgegangen war.

Diese Vermutung bekam dann noch weitere Nahrung, als die Tochter des Rentners, die ebenfalls in Quedlinburg wohnt, gegen drei Uhr von den Ermittlern aufgesucht und befragt wurde. Sie informierte die Ermittler darüber, dass der Komplex mit mehreren Gebäuden am 17. März dieses Jahres aus finanziellen Gründen zwangsversteigert worden war. Seitdem gehörte das Grundstück einem neuen Eigentümer, und die Zwangsräumung drohte.

Ihr Vater habe mit diesem Schicksalsschlag wohl nicht leben können, sagte die Tochter aus. Er habe davon gesprochen, dass er sich aus dem Haus nicht vertreiben lassen wolle. Sie sei überzeugt davon, dass er seinem Leben selbst ein Ende gesetzt habe, sagte die Tochter des Toten.

Gestern Morgen gegen 8.30 Uhr wurde der seit der Nacht vermisste Hausbesitzer tot in den qualmenden Trümmern seines Hauses gefunden, im Laufe des Tages auch seine zwei Hunde.

Gestern Nachmittag erhärtete sich der Verdacht, dass der Rentner durch eine Gasexplosion Selbstmord begangen hat. Wie der Pressesprecher der Polizei in Halberstadt, Peter Pogunke, mitteilte, seien Gasflaschen sowie Metallsplitter von Gasflaschen gefunden worden.

"Die Brandursachenermittler haben nun einen Bagger angefordert, um an der Brandstelle den Schutt zur Seite zu räumen", sagte der Polizeirat. Durch die Grabungen wolle man endgültige Gewissheit über die Explosions- und Brandursache bekommen.