Die Polizei hat gestern im Harzkreis nach mehrtägiger Suche ein vermisstes Ehepaar gefunden. Bärbel und Siegfried Z. aus Braunschwende im Kreis Mansfeld-Südharz waren seit vergangenen Donnerstag unter mysteriösen Umständen verschwunden. Ihr Auto war am Montag in einem Wald bei Schielo entdeckt worden.

Braunschwende/Schielo. Der ungewöhnliche Vermisstenfall hatte seit dem 31. März die Kriminalisten der Polizeidirektion Süd (Halle) beschäftigt. Gesucht worden war ein Ehepaar – Siegfried Z. (55) und Bärbel Z. (52).

Gestern Abend wurden nun in einem Wald bei Schielo in der Nähe von Harzgerode (Harzkreis) zwei Leichen gefunden. Der Mann und die Frau starben eines unnatürlichen Todes. Nach Volksstimme-Informationen soll es sich um einen sogenannten erweiterten Selbstmord handeln. Siegfried Z. habe zuerst seine Frau, dann sich selbst getötet, heißt es. Offiziell wollte die Polizei das gestern jedoch nicht bestätigen. Auch zur Todesursache wurde nichts mitgeteilt. Man wolle erst die Obduktion abwarten.

Ihren gemeinsamen Wohnort hatten die beiden in Braunschwende im Landkreis Mansfeld-Südharz. Nachdem sich das Paar getrennt und die 52-Jährige die Scheidung eingereicht hatte, war Bärbel Z. jedoch vor einiger Zeit in den Harzkreis nach Schielo gezogen – sechs Kilometer von Harzgerode entfernt.

Ausgangspunkt des mysteriösen Geschehens soll nach Aussage des Sohns der Verschwundenen eine Autofahrt am vergangenen Donnerstag gewesen sein.

Der Sohn hatte Bärbel Z., die ihren Mann wegen Körperverletzung angezeigt hatte, an diesem Tag gegen 16 Uhr mit einem grünen Renault Laguna von der Helios-Klinik in Hettstedt abgeholt. Gemeinsam waren sie zuerst auf der Bundesstraße 242, dann auf der Kreisstraße 230 in Richtung Abberode gefahren. Auf dem Parkplatz "Hirschraufe" habe er angehalten, so der Zeuge. Er sei ausgestiegen und habe sich einige Meter vom Auto entfernt erleichtert. "Ich habe von dort aus einen Mann mit schwarzer Mütze ins Auto einsteigen gesehen. Er startete den Wagen und fuhr mit meiner Mutter weg", so der Sohn.

Erst vier Stunden später – gegen 20 Uhr – meldete er den Vorfall bei der Polizei. Er vermute, dass sich sein Vater im Kofferraum des Autos versteckt und die Parkplatzpause genutzt habe, seine Noch-Ehefrau zu entführen.

Polizeisprecher Siegfried Koch aus Halle gestern zur Volksstimme: "Eine ungewöhnliche Geschichte. Aber wir haben den Zeugen mehrfach befragt. Er ist bei seiner Version geblieben."

Das Ehepaar war am Donnerstag und Freitag mit einem Hubschrauber und mit Fährtenhunden gesucht worden. Vorerst vergeblich. Am Montag war dann der Renault auf einem Waldweg unweit des Ortsausgangs von Schielo entdeckt worden.

Eine Hundertschaft der Landesbereitschaftspolizei hat gestern das Waldgebiet zwischen Schielo und dem Forsthaus Wilhelmshof bei Harzgerode durchsucht. Am frühen Abend hatten die Beamten dort Erfolg.

   

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