Magdeburg (bk/jc). Eine Sondersitzung des Vorstands des Landesfeuerwehrverbandes ist für den kommenden Montag einberufen worden. Nach Volksstimme-Informationen soll dort auch der Rücktritt des Landesvorsitzenden Hans-Ulrich Schlegel gefordert werden.

Mit der Sondersitzung habe der Verband auf die seit langem anhaltenden Querelen reagiert, die darin gipfelten, dass am vergangenen Wochenende auf der Verbandsversammlung kein Abschlussbericht für das Jahr 2010 vorgelegt und deshalb der Vorstand nicht entlastet wurde.

Mehr als kurios erscheint in diesem Zusammenhang, dass die Delegierten zu Beginn noch über den Tagesordnungspunkt "Jahresbericht" abgestimmt und diesen bestätigt hatten. Erst als er dann verlesen werden sollte, wurden sie vom Vorstand ohne Angabe von Gründen darüber informiert, dass es keinen Bericht gebe.

Schlegel soll den Verband in den vergangenen Monaten immer selbstherrlicher geführt haben. Sitzungen mit allen Vorstandsmitgliedern habe es so gut wie nie gegeben, bestätigten gestern Mitglieder des Verbandes. Beispiellos sei die jüngst von Schlegel vorgeschlagene Satzungsänderung zur Schaffung eines Präsidiums. Der Vorsitzende habe diesen Vorstoß initiiert, weil er sich Präsident nennen wollte. Dieses Vorhaben konnte jedoch durch den vehementen Einspruch der Kreisvorsitzenden vereitelt werden.

Großen Unmut bei den Kreisfeuerwehrverbänden hat auch der Schlingerkurs des Landesvorsitzenden in Bezug auf die Feuerwehrunfallkasse ausgelöst. Erst habe Schlegel diese in Frage gestellt, um kurz darauf – zur allgemeinen Verwunderung – seine eigenen Aussagen zu dementieren.