Quedlinburg (dpa/vs). Bei einem Großbrand in der zum Unesco-Welterbe zählenden Altstadt von Quedlinburg sind drei Fachwerkhäuser zerstört worden. Rund 100 Feuerwehrleute waren stundenlang im Einsatz, um den Brand zu löschen und ein Übergreifen des Feuers auf weitere Gebäude zu verhindern, wie die Polizei mitteilte. Niemand wurde verletzt. Zwölf Anwohner mussten aus Sicherheitsgründen vorrübergehend ihre Häuser verlassen. Über die Höhe des Schadens und die Ursache konnten die Ermittler noch keine Angaben machen.

"Die Untersuchungen zu den Brandursachen können aller Voraussicht nach erst am Donnerstag beginnen", sagte ein Polizeisprecher. Wegen der Hitze konnten die Spezialisten am Mittwoch den Brandort nicht betreten.

Das Feuer war am Dienstag gegen 23.15 Uhr im Dachstuhl eines leerstehenden Fachwerkhauses ausgebrochen. Es griff rasch auf zwei benachbarte Häuser über. Starker Wind behinderte die Löscharbeiten und ließ die Flammen immer wieder auflodern. Erst am Mittwochvormittag konnte das Feuer gelöscht werden. Danach standen zur Sicherheit noch Brandwachen bereit.

In der Altstadt von Quedlinburg hatte es in den zurückliegenden Jahren mehrfach gebrannt. Erst im Juni vergangenen Jahres zerstörte ein Brand drei Fachwerkhäuser. Ein Sperrmüllhaufen vor den Gebäuden war in Brand geraten, von dort griffen die Flammen auf die Häuser über. Bereits zum Jahreswechsel 2004/2005 hatte ein Feuer in mehreren denkmalgeschützten Gebäuden gewütet.

Wenige Stunden vor dem Brand in Quedlinburg hatten Flammen im südthüringischen Meiningen fünf Fachwerkhäuser beschädigt. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen schwerer Brandstiftung. 36 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Aus Expertensicht sind fehlender Brandschutz und enge Zufahrtswege häufig Ursache für verheerende Feuer in historischen Altstädten. "Oft fehlen Brandmauern in den historischen Fachwerkhäusern, die aus Holz und Lehm gebaut sind", sagte der Referent für Bautechnik im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Udo Bode, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Der fehlende Schutz lasse die Flammen schnell auf andere Gebäude übergreifen.