Die Magdeburger Kriminalpolizei ermittelt seit gestern in einem besonders dreisten Fall von Raub. Unbekannte Täter waren in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag ins Büro des Magdeburger Rennvereins e. V. 1906 eingebrochen. Sie ließen den Stahltresor mit den kompletten Einnahmen des 1. Renntages mitgehen.

Magdeburg. "75 Pferde, sieben Rennen und Vorfreude auf Jockey Pedroza" hatte die Volksstimme in ihrer Freitagausgabe getitelt. Und es wurde tatsächlich ein Aufgalopp nach Maß.

Allerdings nur bis zum Sonntagmorgen. Gegen 7.30 Uhr stellte der Präsident des Magdeburger Rennvereins, Heinz Baltus, fest, dass die gesamten Einnahmen des 1. Renntags verschwunden waren: 23684,30 Euro. Die Einbrecher hatten den 40 mal 40 Zentimeter gro-ßen und etwa zwei Zentner schweren Tresor samt seinem Inhalt mitgenommen.

Baltus sagte: "Ich hatte etwas vergessen und war Sonntagmorgen in den Herrenkrug ins Büro gefahren." Er habe einen Mann über das Gelände laufen sehen und gedacht, dass es sich um einen Mitarbeiter handele.

"Ich bin dann ins sogenannte Toto-Gebäude gegangen, in dem die Wetten angenommen werden. Dort habe ich gesehen, dass die Tür aufgebrochen ist." Er habe einen Augenblick gezögert und überlegt, ob er weitergehen solle. "Ich habe mich dann dazu entschlossen und gesehen, dass der Bodentresor fehlte. Die beiden Stahlschrauben, die den Geldschrank im Beton befestigt hatten, waren durchgeschweißt worden."

Nach Volksstimme-Informationen sind die Täter durch das Oberlicht eingedrungen. Sie haben vermutlich das Fenster aufgehebelt. Vereinspräsident Baltus meinte: "Das müssen mindestens vier Mann gewesen sein. Denn den schweren Stahlschrank über den Annahme-Tresen zu heben, das schaffen zwei Leute nicht."

Für den Rückweg entfernten die Täter die Türverglasung und stiegen mit ihrer Beute durch die so entstandene Öffnung. So gelangten sie in den Vorraum des Wettschalters und von dort durch die Tür der Hauptkasse ins Freie.

Die Polizei geht davon aus, dass der Tresor mit einem Fahrzeug abtransportiert wurde, um das Behältnis irgendwo in aller Ruhe zu öffnen und dann verschwinden zu lassen.

Baltus sprach gestern von "Insiderwissen". Es müsse jemand gewusst haben, dass das Geld über Nacht im Büro bleibt. "Wir wollten die Kosten so niedrig wie möglich halten. Darum haben wir keinen Sicherheitsdienst beauftragt." Nach den Erfahrungen vom Wochenende sei er schlauer, sagt Baltus. "Nun muss der Präsident wohl noch mehr Klinken putzen gehen, um den Verlust wieder hereinzubekommen."