Dessau-Roßlau (epd). Zwei Freizeitsportler aus Sachsen-Anhalt wollen rund 70 Kilometer durch die Elbe zum 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden schwimmen. Der Start für die zwei Tagesetappen umfassende Tour erfolgt am 31. Mai im tschechischen Decin, teilten Torsten Kettritz und Claus-Rainer Wolter in Dessau-Roßlau mit.

Mit der Aktion, die von Umweltaktivisten aus dem Nachbarland begleitet werde, solle vor allem gegen die an der Elbe in Tschechien kurz vor der deutschen Grenze geplante Staustufe protestiert werden, sagten die beiden. Seit Anfang der 90er Jahre protestieren Bürgerinitiativen, Umweltschutzverbände und Kirchen aus mehreren Bundesländern gegen Bauarbeiten an der Elbe zugunsten der Binnenschifffahrt. Sie befürchten unter anderem, dass eine weitere Vertiefung des Flussbettes ein Austrocknen von Auwäldern und den Verlust von seltenen Tier- und Pflanzenarten zur Folge hat. So soll etwa die auf tschechischer Seite geplante Staustufe den Wasserspiegel anheben. Damit wächst nach Ansicht der Umweltschützer auch der politische Druck, auf deutscher Seite weitere Staustufen zu errichten. Zudem wird der wirtschaftliche Nutzen der Bauvorhaben an der Elbe infrage gestellt.

Ziel der Bundesregierung ist es, in der Elbe eine Fahrrinnentiefe von mindestens 1,60 Meter an 345 Tagen im Jahr zu gewährleisten. Widerstand leisten Umweltaktivisten auch gegen einen geplanten, rund 100 Millionen Euro teuren Kanal seitlich der Saale, mit dem ein nur schwer schiffbarer Abschnitt des Flusses kurz vor der Mündung in die Elbe umgangen werden soll. Mit dem Kanal würden nach Ansicht des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zudem Sachzwänge für einen weiteren Ausbau der Elbe geschaffen.

Die Familienväter Kettritz und Wolter werben seit 2009 bei gemeinsamen Schwimmtouren für den Schutz natürlicher Flussläufe.