Ein 14-jähriger Junge ist in Burg auf dem Schulweg überfallen und verletzt worden. Der Angreifer wollte ihm das Handy rauben.

Burg. Kevin (Name von der Redaktion geändert) ist auf dem Weg zu seiner Schule, dem Burger Roland-Gymnasium. Gegen 7.50 Uhr passiert er am Montagmorgen die Ecke Oberstraße/Magdeburger Promenade, als er von hinten angesprochen und nach der Uhrzeit gefragt wird. Kevin dreht sich zu dem Mann um und will sein Handy aus der Hosentasche ziehen, um Auskunft zu geben.

In diesem Moment packt der Unbekannte die Hand des Schülers, will ihm das Handy entreißen. Kevin kämpft aber um sein Eigentum, hält das Handy mit beiden Händen fest und wirft sich hin. Der Angreifer lässt nicht von dem Schüler ab. Kevin schreit um Hilfe.

Gegenüber hat der Evangelische Kirchenkreis seine Büros. Ob ihn jemand hört? Der Räuber sieht seine Chancen schwinden. Bevor er flüchtet, sprüht der Angreifer dem Jungen Pfefferspray in die Augen.

Verletzt und unter Schock rennt Kevin nach Hause, zum Glück sind es nur einige hundert Meter. Der Junge wird von seiner Mutter versorgt und berichtet ihr den Vorfall.

Anschließend informiert die Mutter die Polizei. "Der Schüler wurde von einem Augenarzt untersucht und es wurde festgestellt, dass das Pfefferspray höchstwahrscheinlich keine bleibenden Schäden angerichtet hat. Die Reizung der Augen wird in den nächsten Tagen abklingen", so Peter Barsch, Sprecher der Burger Polizei, gestern.

Diese Nachricht wurde im Burger Gymnasium mit Erleichterung aufgenommen. Dort hat der Vorfall Betroffenheit ausgelöst. "So etwas gab es in meiner Zeit, also seit 2004, noch nicht", sagte gestern Schulleiter Malte Theuerkauf. Sobald man die Einzelheiten kenne, wolle man den Vorfall mit den Schülern auswerten und Schlussfolgerungen ziehen. "Der Schulweg gehört schließlich zum Schulalltag", verweist Theuerkauf auf die Brisanz des Geschehenen. Auf dem Weg zur Schule sollten sich die Schüler genau so sicher fühlen können wie auf dem Schulgelände, wo es Schulhof-Straftaten, wie Körperverletzung oder Nötigung, bisher noch nicht gegeben habe. Erleichtert ist Theuerkauf, dass es sich bei dem Täter wohl nicht um einen Schüler handelt.

Der Angreifer wird so beschrieben: 20 bis 25 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß, kurze rötliche Haare. Er soll mit einer Jeanshose und einer Kapuzenjacke bekleidet gewesen sein. "Zeugen können die Polizei unter Telefon (03921) 92 00 erreichen", so Peter Barsch, dessen Kollegen von der Kripo nun wegen "räuberischer Erpressung" ermitteln. Der Täter müsse bei einer Verurteilung mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr rechnen, so Polizeisprecher Barsch.