Magdeburg (dpa). Bei einer großen Anhörung zum Glücksspiel-Staatsvertrag haben mehr als 50 Vertreter von Sportverbänden, den Lotto-Organisationen oder auch Automatenhersteller ihre Bedenken gegen das Vorhaben vorgetragen. "Es ist so, dass wir viele kritische Stellungnahmen gehört haben", sagte der Chef der Staatskanzlei, Rainer Robra, gestern in Magdeburg.

So hielten Sozialverbände etwa eine Bekämpfung der Spielsucht nur in einem öffentlich-rechtlichen System für möglich. Dagegen hätten Anbieter von Wetten eine stärkere Öffnung für Private gefordert, erläuterte Robra. Die Argumente der etwa 50 mündlichen Stellungnahmen und rund 100 weitere schriftliche Eingaben sollen nun ausgewertet werden und in die endgültige Fassung des Vertrages einfließen.

Die Bundesländer wollen ab 2012 den Sportwettenmarkt unter strengen Auflagen für private Anbieter öffnen. Die Federführung hat Sachsen-Anhalt, weil das Bundesland den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz hat.

Gestern demonstrierten in Magdeburg 40 Mitarbeiter der drei Spielbanken in Sachsen-Anhalt für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Auf Transparenten hieß es "Unsere Gäste haben das Recht auf legales Glücksspiel". Aufgerufen hatte die Gewerkschaft Verdi. Derzeit sind die Kasinos in Magdeburg, Halle und Wernigerode wegen finanzieller Schwierigkeiten der Betreiber geschlossen. Davon sind rund 80 Beschäftigte betroffen.