Leipzig (dpa). Wenige Tage vor dem 20-Jährigen Jubiläum des Mitteldeutschen Rundfunks hat Intendant Udo Reiter (67) seinen vorzeitigen Abschied noch für dieses Jahr angekündigt. "20 Jahre sind genug", sagte Reiter laut einer MDR-Mitteilung von gestern Abend in Leipzig. Reiter wurde 1991 zum ersten Intendanten des neu gegründeten MDR gewählt und dreimal in seinem Amt bestätigt.

Seine derzeitige Amtszeit läuft eigentlich bis 2015. In seinem Vertrag gibt es aber eine Ausstiegsklausel. Reiter teilte mit, er habe nach gründlichem Nachdenken davon Gebrauch gemacht. Er lebe seit 45 Jahren im Rollstuhl, das habe gesundheitliche Spuren hinterlassen. Nach 20 Jahren sei es außerdem an der Zeit, den Staffelstab an die nächste Generation weiterzugeben.

Reiter hatte zuletzt mit dem Ki.Ka-Betrugsskandal zu tun, bei dem ein Schaden von mehr als acht Millionen Euro entstanden ist. Deshalb hatte er auch die MDR-Jubiläumsgala abgesagt. "Der Betrug hat mich persönlich getroffen. Da ist einem nicht nach großen Feiern zumute", hatte Reiter kürzlich der Nachrichtenagentur dpa gesagt.