Halle (dpa). Bei Kontrollen von Supermarktwaagen, Taxametern und Zapfsäulen hat das Landeseichamt im vergangenen Jahr deutlich mehr Verstöße festgestellt als noch 2009. Die Zahl der Verfahren habe sich von 105 auf 170 erhöht, sagte der Direktor der Behörde, Walter Klein. "Das Spektrum reicht von Verwarnungen in leichten Fällen bis zu Bußgeldern, etwa wenn ganze Tankstellen oder Messanlagen in großen Firmen nicht geeicht sind."

Fälle von Manipulationen seien ihm aber nicht bekannt geworden, sagte Klein weiter. Landesweit nahmen die 38 Eicher und Prüfer rund 30170 Geräte unter die Lupe. Das Landeseichamt hat entsprechend der höheren Zahl von Verstößen auch mehr Bußgelder eingenommen: 2010 waren es etwa 60400 Euro nach 44710 im Jahr zuvor.

Die Zahl der Verstöße sei vor allem aufgrund einer neuen europaweiten Regelung in die Höhe geschnellt, nach der die Hersteller von Messgeräten selbst für deren Genauigkeit vor dem ersten Aufstellen verantwortlich sind. Wenn die staatlichen Eicher die Geräte dann überprüfen, stoßen sie gelegentlich auf Unstimmigkeiten. "In diesem Bereich wird verstärkt kontrolliert", sagte Klein. Nach bisherigem nationalen Recht musste das Eichamt jedes neu aufgestellte Gerät erst einmal eichen.

Einzelwaagen bereiteten den Prüfern aber nicht das allergrößte Kopfzerbrechen. Größere Herausforderungen stellten die zunehmend komplexen Systeme dar, etwa wenn an der Kasse elektronisch gewogen werde und das Ergebnis auch so übermittelt werde. Software-Updates müssten dabei etwa überprüft werden und auch, ob beispielsweise tatsächlich die Verpackung abgezogen werde. "Der Kunde muss geschützt werden, in einer Schale Erdbeeren müssen auch wie angegeben 500 Gramm drin sein", brachte Klein das Anliegen seiner Behörde auf den Punkt.

Die Prüfer nehmen neben den Messgeräten auch viele Fertigpackungen unter die Lupe und kontrollieren, ob tatsächlich so viel drin ist wie angegeben. In mehr als 230 Betrieben haben sie insgesamt etwa 13 850 Proben genommen und die Inhaltsmengen kontrolliert, sagte Klein.