Von Michael Bock

Magdeburg. Den rund 400 Mitarbeitern des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt steht in den nächsten Monaten ein kompletter Umzug bevor. Grund: Im Dienstgebäude an der Olvenstedter Straße (Magdeburg) sind in vielen Büroräumen "Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe", kurz PAK, festgestellt worden. In einem TÜV-Gutachten werden besonders die Konzentrationen an Naphtalin als bedenklich bezeichnet.

Laut einer Vorlage des Umweltministeriums für die Kabinettssitzung am Dienstag führt Naphtalin zu Reizungen an der Haut, den Augen und an den Atemwegen. Beim Einatmen höherer Konzentrationen könne es zu Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen und Übelkeit oder sogar zu Verwirrtheitszuständen kommen. Eine dauerhafte Schädigung der Augenhornhaut, der Leber und Nieren sei möglich.

Das Gutachten war erstellt worden, nachdem Mitarbeiter jahrelang über Geruchsbelästigungen und gesundheitliche Probleme geklagt hatten.

In der Vorlage für die Ministerrunde heißt es: "Das Ministerium muss schnellstmöglich aus diesen Gebäuden ausziehen." Eine weitere dauerhafte Unterbringung sei "mit der Fürsorgepflicht des Dienstherrn und Arbeitgebers nicht vereinbar".

Das Ministerium hat nach eigenen Angaben einen Flächenbedarf von rund 14 000 Quadratmetern. Nach einem "Markterkundungsverfahren" wurde als "einzig geeignete Unterbringungsmöglichkeit" das überwiegend leerstehende Gebäude der Deutschen Telekom in Magdeburg als neues Domizil gefunden. Dieses kann allerdings erst ab dem 1. Juli vollständig vermietet werden. In der Ministeriumsvorlage heißt es dazu: "Auch der Verbleib für ein halbes Jahr im derzeitigen Dienstgebäude ist für einen Teil der Mitarbeiter in den besonders belasteten Gebäudeteilen nicht zu verantworten." Daher werde geprüft, ob ein vorzeitiger teilweiser Bezug des neuen Gebäudes möglich sei.

Die Sanierung des jetzigen Dienstgebäudes wird – so sie denn überhaupt möglich ist – "bei realistischer Betrachtung" auf fünf Jahre geschätzt.

Der Umzug aus der landeseigenen Liegenschaft in ein Mietobjekt wird teuer für das Land. Allein die Jahres-Kaltmiete beläuft sich auf 1,249 Millionen Euro. Dazu kommen einmalige Ausgaben wie IT-Kosten oder Mobiliar-Ersatz von insgesamt 1,525 Millionen Euro.