Wittenberg (dpa). Die 800 umstrittenen Luther-Plastikfiguren, die als Installation auf dem Wittenberger Marktplatz standen, sind komplett verkauft. Für den je 250 Euro teuren "Mini-Luther" habe es Interessenten aus aller Welt gegeben, teilte der Künstler Ottmar Hörl gestern mit. Unter den Käufern sei auch ein Missionar aus Neuguinea. "Nach wie vor kommen noch Bestellungen", sagte Hörl. Nachproduzieren werde er die begehrten knapp einen Meter hohen Figuren aber nicht.

Das Kunstprojekt "Hier stehe ich" vom 12. August bis 14. September 2010 auf dem Wittenberger Marktplatz hatte eine starke Diskussion entfacht. Mit den Plastiken werde theologisch und ästhetisch Schindluder betrieben, sagte etwa der Wittenberger Theologe Friedrich Schorlemmer. Nicht nur er empfand die schwarzen, dunkelgrünen, purpurroten und kobaltblauen Skulpturen als geschmacklos.

Hörl, Präsident der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, hatte mit der Installation auf dem Markt eine Lücke gefüllt, als die Denkmäler des Reformators und seines Mitstreiters Philipp Melanchthon saniert wurden.