Magdeburg (mf). Das haben selbst die erfahrensten Beamten der Magdeburger Polizei noch nicht erlebt: Ein Zeuge hatte in der Nacht zum Sonnabend der Polizei über Notruf mitgeteilt, dass gerade eine Frau mit langen schwarzen Haaren in ein Brautmodengeschäft in der Innenstadt einbrechen würde und es vermutlich auf die Hochzeitskleider abgesehen habe. Eine Braut in Torschlusspanik?

Gleich mehrere Funkstreifenwagen eilten zum Tatort. Die Beamten entdeckten dort tatsächlich eine Frau mit langen Haaren, High-Heels (Schuhe mit extrem hohen Absätzen) und einem kurzen Kleid, die mit dem Fahrrad aus dem Geschäft flüchtete. Allerdings gestaltete sich die Festnahme schwieriger als erwartet. Die mutmaßliche Frau leistete nämlich ziemlich heftige Gegenwehr. Als dann noch ein Beamter im Handgemenge die Haare der "Täterin" zu fassen bekam, hatte er diese in der Hand. Die "Haare" entpuppten sich als eine Perücke. Die Polizisten kamen nun aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, denn die Frau war gar keine Braut. Nicht einmal weiblich. Es handelte sich schlichtweg um einen 42-jährigen Magdeburger, der sich offensichtlich nicht trauen, sondern vermutlich nur mal gern in ein Hochzeitskleid schlüpfen wollte. Vier davon hatte der Mann bereits in seinem Fahrradkorb verstaut. Eine Atemalkohol-Kontrolle ergab übrigens einen Wert von 1,84 Promille.