Berlin (dpa). Der neue Stasi-Akten-Beauftragte Roland Jahn hält die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit für noch lange nicht abgeschlossen. "Es darf keinen Schlussstrich geben", betonte er gestern nach seiner Wahl im Bundestag. Noch immer würden Menschen bei der Akteneinsicht feststellen, was die Stasi ihnen angetan habe. "Diese Aufklärung gibt den Menschen die Würde zurück. Das ist das Wichtige, das nie ein Ende haben darf."

Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Jahn war mit großer Mehrheit zum Nachfolger von Marianne Birthler an der Spitze der Stasi-Unterlagen-Behörde gewählt worden. "Das ist eine persönliche Genugtuung zu erleben, dass ich als Stasi-Verfolgter jetzt die Akten verwalten darf", freute er sich über das Votum.

Der neue Stasi-Bundesbeauftragte stammt aus Jena (Thüringen). Im Juli 1983 wurde er gegen seinen Willen aus der DDR abgeschoben. Vom Westen aus unterstützte Jahn die DDR-Opposition. Seit 1986 hat er für das politische TV-Magazin "Kontraste" gearbeitet. Meinung I