Nashville. Mit dem bisher größten gemeinsamen Projekt seit Beginn ihrer offi ziellen Zusammenarbeit im Jahr 2003 erinnern die beiden Partnerstädte Magdeburg und Nashville in diesen Tagen an die friedliche Revolution in der DDR vor 20 Jahren. Anfang Oktober begann in Magdeburgs Partnerstadt ein Veranstaltungszyklus, der von der Magdeburger Stadtverwaltung, der Hochschule Magdeburg-Stendal, dem Puppentheater und den Städtischen Werken sowie anderen Einrichtungen mitgestaltet wird. Geplant sind Aufführungen des Puppentheaters, die Eröffnung einer Ausstellung mit Fotos aus der Wendezeit in Magdeburg, deren Kopie derzeit im Magdeburger Rathaus gezeigt wird, sowie zahlreiche Vorträge, Gespräche und Zeitzeugenberichte. Das Projekt wird maßgeblich von der Organisation Sisters Cities Nashville ideell und fi nanziell unterstützt. Der Verein kümmert sich um die Pflege der Städtepartnerschaft zu Magdeburg.

Die Idee zu dem Projekt war vor rund einem Jahr bei einem Besuch des Magdeburger Bürgermeisters und Kulturbeigeordneten Rüdiger Koch bei Karl Dean, Bürgermeister von Nashville, entstanden. Im Rahmen von Gesprächen über die Möglichkeiten der weiteren Zusammenarbeit spielten auch die Themen Friedliche Revolution und Mauerfall eine Rolle. Dean zeigte sich diesem Thema sehr offen gegenüber und sah dabei auch Parallelen zur eigenen amerikanischen Geschichte der Bürgerrechtsbewegung. Mittlerweile ist das Projekt in Nashville eines der größten, das sich in den Südstaaten dem Thema Wendezeit in Deutschland widmet.

Als Vertreter der Stadt Magdeburg traf Bürgermeister und Kulturbeigeordneter Rüdiger Koch am Mittwochabend in Nashville ein und wurde von Doug Berry, Verantwortlicher von Sister Cities Nashville, begrüßt. Doug Berry gilt als einer der größten Freunde und Förderer der Städtepartnerschaft zu Magdeburg und gehörte deshalb 2003 zu den Nominierten bei der Wahl zum Magdeburger des Jahres ( Platz 3 ).

Koch wird u. a. Gespräche mit Bürgermeister Dean führen, das Oktoberfest in Germantown Nashville sowie die Fotoausstellung mit Motiven aus der Wendezeit eröffnen.

Als Vertreter der heimischen Wirtschaft gehört auch Helmut Herdt, Sprecher der Geschäftsführer der Städtischen Werke Magdeburg, zur Delegation. Er sprach am Donnerstag vor Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft über die Strukturen der Energie-und Wasserversorgung in Magdeburg und den Umbau, der im Zusammenhang mit der Wende bzw. Wiedervereinigung zu leisten war.