Tausende Besucher kamen am Sonnabend und gestern zum 18. Rathausfest, das in diesem Jahr unter dem Zeichen " 20 Jahre Mauerfall " stand. Dazu wurde in der Ratsdiele auch eine Ausstellung mit 43 Fotografien aus dem Herbst ‘ 89 eröffnet. Sie wird noch bis zum 22. November gezeigt. Im geöffneten Rathaus stellten sich den ganzen Tag lang die Fraktionen der Öffentlichkeit vor, während sich in der Johanniskirche 40 Verbände und Vereine präsentierten.

Magdeburg. Oberbürgermeister Lutz Trümper findet zur Eröffnung der Ausstellung " Herbst ‘ 89 in Magdeburg – 20 Jahre friedliche Revolution " nachdenkliche Worte am Rande des 18. Rathausfestes. Er steht in der Ratsdiele, in der sich rund hundert Besucher befinden. Darunter auch Gäste der Partnerstädte. " Ich weiß auch, dass sich nicht jeder als Gewinner der deutschen Einheit fühlt. Aber, dieses Land bietet auch jede Menge Chancen ", erklärte Lutz Trümper. Sicherlich sei die Infrastruktur in Magdeburg bereits sehr gut ausgebaut, aber die Stadt habe noch immer erst eine Wirtschaftsleistung von 50 Prozent gegenüber westdeutschen Kommunen. Um den hundert Prozent weiter näher zu kommen, müsse die Politik die Rahmenbedingungen schaffen. Die wichtigste Errungenschaft der Wende sei aber die Demokratie. Er erinnerte an die Verhaftungen vor 20 Jahren und die brenzligen Situationen während der Montagsdemonstrationen.

Die Ausstellung, die der Oberbürgermeister an diesem Tag noch vor dem eigentlichen Rathausfest eröffnet, stellt in 43 Fotografien chronologisch sechs Zeitabschnitte dar : " Die Situation in der DDR vor 1989 ", " Gebete um gesellschaftliche Erneuerung ", " Montagsdemonstrationen ", " Grenzöffnung ", " Versuch der Durchsetzung der gesellschaftlichen Erneuerung " und der Wunsch nach " Wiedervereinigung ". Die Ausstellung wurde vom Kulturhistorischen Museum und der Gedenkstätte Moritzplatz unter Mitarbeit des Bürgerkomitees erarbeitet.

Die gleiche Ausstellung, aber in englischer Sprache, wird vom 11. bis 31. Oktober zeitgleich in Magdeburgs Partnerstadt Nashville ( USA ) gezeigt. Deshalb erscheint das an der Ausstellung erhältliche Begleitheft auch zweisprachig. Die Broschüre ist gegen eine Spende von mindestens zwei Euro an den Magdeburger Museumsverein erhältlich. Der Verein hat das zweisprachige Begleitheft erstellt. Die Ausstellung in der Ratsdiele des Alten Rathauses kann bis zum 22. November montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei.

Den ganzen Tag lang haben sich in der Johanniskirche rund 40 Vereine, Verbände und Selbsthilfegruppen der Öffentlichkeit mit einem bunten Programm präsentiert. Während unter anderem Seniorengruppen Tänze aufführten, konnten andere Besucher an der Übungspuppe des DRK ihre Kenntnisse bei der Wiederbelebung in der Ersten Hilfe austesten.

Im Rathaus selbst konnten die Gäste mit Verwaltungsmitarbeitern und Stadtpolitikern ins Gespräch kommen, die dort ihre Arbeit vorstellten.