Von Jens Schmidt

Magdeburg. Die politische Landkarte hat sich nach der Bundestagswahl am Sonntag gravierend verändert. In 13 Ländern rangiert die CDU auf Platz eins. Vor vier Jahren noch lagen in zwölf Bundesländern die Sozialdemokraten vorn. In Sachsen-Anhalt und Brandenburg ist die Linke erstmals bei einer Bundestagswahl stärkste Partei auf Landesebene geworden. Die SPD konnte ihren Spitzenplatz nur in Bremen behaupten.

Selbst im Norden, den einstigen SPD-Hochburgen wie Hamburg oder Nordrhein-Westfalen, rutschten die Sozialdemokraten hinter die Union. In Niedersachsen rauschte die SPD von gut 43 Prozent auf nun 29, 3 Prozent. Das Wahl-Tief der SPD liegt in Sachsen, dort holte die Partei nur 14, 6 Prozent.

In Sachsen-Anhalt und Brandenburg wurde die SPD von der Linken an der Spitzenposition abgelöst. In Sachsen-Anhalt erzielten die Sozialisten mit 32, 4 Prozent das bundesweit beste Landesergebnis. Auch in den anderen ostdeutschen Ländern schnitt die Linke gut ab und erreichte zwischen 24, 5 Prozent in Sachsen und 29 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern.

Das mit Abstand beste Ergebnis im Westen verbuchte die Linke im Saarland, der Heimat ihres Parteichefs Oskar Lafontaine. Dort kam die Partei auf den fast " ostdeutschen Wert " von 21, 2 Prozent. Überdurchschnittlich viel Zuspruch erhielt die Linke im Westen auch in Bremen ( 14, 2 % ) und in Hamburg ( 11, 2 % ). Die Linke kam 2009 erstmals in allen Bundesländern über die Fünf-Prozent-Marke ; selbst in Bayern erhielt die Partei gut sechs Prozent Zustimmung.

Kräftig zulegen konnte auch die FDP. Sogar das lange Zeit belächelte Ziel von 18 Prozent war machbar oder rückte wenigstens in reale Nähe. In Baden-W ürttemberg verbuchte die Partei fast 19 Prozent, in Schleswig-Holstein mehr als 16 Prozent. Im Osten ist die FDP in Sachsen am stärksten. Das zweitbeste Ostresultat erzielte die Partei mit gut 10 Prozent in Sachsen-Anhalt.

Die Union punktete traditionell in Bayern am besten. Allerdings blieb die CSU mit knapp 43 Prozent hinter Gewohntem weit zurück. 2005 hatten die Christsozialen noch gut 49 Prozent der Stimmen erhalten ; 2002 waren es sogar fast 59 Prozent gewesen. In Berlin reichten der CDU knapp 23 Prozent für den ersten Rang, da sich in der Bundeshauptstadt keine Partei deutlich absetzen kann. Politisch ist Berlin eine aufgeteilte Stadt : Ob CDU, SPD, Grüne oder FDP – jede Partei erhielt etwa ein Fünftel der Stimmen. Mit 17, 4 Prozent erzielten die Grünen in Berlin das bundesweit beste Landesergebnis.