Altstadt/Werder (kai) l Das Ereignis habe Ausmaße eines Volksfestes angenommen, wie es sie bei einer Brückeneröffnung in Magdeburg wohl noch nie gegeben hatte, waren sich Chronisten über das Ereignis des Jahrzehnts am 1. Mai 2005 einig.

Um 10.20 Uhr wurde das grün-rote Band auf der Stadtseite der neuen Sternbrücke durchschnitten. Dann strömten die wartenden Massen über die Elbüberführung. 100.000 Menschen im Laufe des Tages, teilt die Polizei mit. Auf der anderen Seite im Park war ein zünftiges Fest an einer 120-Meter-Kaffee-Tafel mit Spaß, Musik, Tanz, Gauklern vorbereitet. Die Begeisterung war uneingeschränkt. Immerhin war an dem Tag den Elbestädtern ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. Viele kannten nur die Widerlager-Reste der alten Sternbrücke, die zwischen 1914 und 1922 gebaut worden war. Damals hatte bereits ein Krieg, der Erste Weltkrieg, den Bau enorm verzögert.

Der Zweite Weltkrieg hatte die Brücke gänzlich vernichtet. Am 12. April 1945 sprengten Einheiten der Wehrmacht die Brücke, um so den Vorstoß der US-amerikanischen Truppen auf die östliche Elbseite zu verhindern. Erst ab 2002 waren Stadt und Land in der Lage, das Wiederaufbauprojekt zu schultern. Am 11. September startet der Bau. Der verschlang 18,7 Millionen Euro öffentliche Gelder.

Im Ergebnis war am Flusskilometer 325,10 die traditionelle Verbindung der Altstadt mit der Elbinsel Rotehorn wiedererstanden. Den Vergleich zur alten hält die moderne neue 240 Meter lange und rund 15 Meter breite Sternbrücke durchaus stand, auch wenn sie schmaler ist und statt Straßenbahnen "nur" Busse drüberfahren. Auch Taxis dürfen sie passieren, ansonsten Fußgänger und Radfahrer - um den Alltagsverkehr nicht zusätzlich in den Park zu ziehen. Nur bei Sperrungen der anderen Elbbrücken wurde sie schon geöffnet und entlastet so den Stadtverkehr.

Viele Magdeburger hatten für die Umfeldgestaltung an der Brücke Geld gespendet. Davon zeugen heute die Sterne mit ihren Namen nahe dem westlichen Widerlager.