Magdeburg l Insgesamt gelte es, die gesamte Stadtstrecke der Elbe vor einem Hochwasser zu schützen, so der Baubeigeordnete Dieter Scheidemann am Montag bei der öffentlichen Vorstellung der Maßnahmen, die für den Hochwasserschutz im Bereich von Buckau getroffen werden sollen. Die Stadt setzt dabei auf feste Lösungen. Das heißt, dass Baumaßnahmen einen permanenten Schutz bieten sollen, flexible Lösungen wie mobile Wände werde es nur punktuell geben.

Speziell für den Stadtteil Buckau favorisiert die nach dem letztjährigen Hochwasser einberufene Arbeitsgruppe die Errichtung eines Schutzdamms mit einer Höhe von 1,20 Metern (siehe Karte), um einem Pegelstand von 7,80 Meter am Messpunkt Strombrücke (Höchstpunkt 2013: 7,47 Meter) standzuhalten: Im Kern des Damms werde eine Spundwand integriert, welche die Wassermassen abhalten solle und ihm Stabilität verleihe. Der Schutzdamm werde durch die Grünanlage nahe der Straße An der Elbe verlaufen. Er biete die Möglichkeit der Begrünung und somit für eine Integrierung in die gut besuchte Promenade entlang der Elbe, so Scheidemann. Im Bereich der Häuser an der Straße Am Sülzehafen sollen die bereits vorhandenen Mauern zum Hochwasserschutz genutzt werden.

Weitere Maßnahmen beziehen sich ebenfalls auf die vorhandene, aber mit den Jahren in Mitleidenschaft gezogene Stützmauer an der Elbe: Diese soll wieder ertüchtigt werden, um im Verbund mit dem Wall als Schutz für die Bewohner in diesem Bereich zu fungieren.

Als neuralgischer Punkt habe sich beim Hochwasser 2013 die Klinke erwiesen, deren Rückstau für Überschwemmungen sorgte. Hier soll an der südlichen Böschung eine Schutzmauer integriert werden. Für Wege und Brückenübergänge sieht der Maßnahmenkatalog bei der favorisierten Variante flexible Lösungen, wie sie beispielsweise in Schönebeck eingesetzt werden, vor: Mobile Wände sollen im Bedarfsfall eingesetzt werden, um den Lückenschluss zu vollziehen. Dies alles zusammen ergebe die Gesamtlösung für den technischen Hochwasserschutz im Bereich von der Straße "An der Buckauer Fähre" bis zur Klinke, der als Buckauer Speicher betitelt wurde. Weitere Bereiche wie der Mückenwirt werden gesondert betrachtet.

Es wird angestrebt, im Juli mit dem Bau zu beginnen. Fertigstellung: frühestens 2015. Offen ist eine Einigung mit den Eigentümern der Grundstücke, die von den Baumaßnahmen betroffen sein würden und sich nicht im Besitz der Stadt befinden. Unter anderem muss sich mit einer Eigentümergemeinschaft geeinigt werden. Außerdem bedarf es einer Klärung, ob mit öffentlichen Geldern private Grundstücke bebaut werden können. Der Bau sei an Grundstücksgrenzen vorgesehen, so der Hinweis des Beigeordneten. Bei dieser Variante ist eine Erhöhung der vorhandenen Stützmauer entlang der Elbe, die in früheren Plänen unter der Verwendung von Plexiglas für einen Blick auf die Elbe ausgewiesen wurde, nicht mehr notwendig.

Zwei weitere Varianten sind vorgestellt worden: Eine sieht den Bau einer Schutzmauer mit Stadtmauercharakter (Höhe: 1,20 Meter) entlang des Gehweges im Grünanlagenbereich mit einem Bogen um die dort vorhandenen Bäume vor. Sie bietet die größte Überflutungsfläche. Eine dritte bezieht sich auf die Errichtung eines Hochwasserschutzes an der Stelle, an der im nördlichen Bereich ein Zaun als Anliegergrenze zwischen Bewohnern und Grünfläche verläuft.

Die Pläne können nach Terminvereinbarung im Tiefbauamt eingesehen werden. Es ist auch geplant, sie über das Internet zu veröffentlichen.