Volksstimme: Der Frühling lockt zu sportlichen Aktivitäten. Was raten Sie Sport-Neulingen vor dem Start?

Dr. Margit Rudolf (Orthopädin an der Uni-Klinik Magdeburg): Ich empfehle allen einen kombinierten Check-Up, vom Internisten und Orthopäden.

Volksstimme: Viele greifen zum Laufschuh, um überzählige Kilos zu bekämpfen. Was hilft mehr: Lange langsam laufen oder lieber schneller und dafür etwas kürzer?

Rudolf: In der Wissenschaft geht der Trend klar zu schnelleren Trainingseinheiten. Denn wenn ich schneller laufe, verbrenne ich natürlich auch mehr Kalorien. Für den absoluten Laufeinsteiger rate ich zum Beginn zum langsamen Laufen, weil Übergewichtige schnell ein orthopädisches Problem bekommen können, beispielweise in den Kniegelenken. Dreimal 20 Minuten in der Woche sind da ein guter Start.

Volksstimme: Abnehmen kann man damit nicht, oder?

Rudolf: Wenn man in den Fettverbrennungsbereich kommen möchte, sollte man sich schon 45 Minuten belasten und nach etwa einem Monat die Einheiten langsam verlängern und variieren.

Volksstimme: Laufen, Radfahren, Walken - wo verbrennt man am besten Kalorien?

Rudolf: Mit Laufen ist prozentual am meisten zu erreichen. In 30 Minuten gehen etwa 400 Kalorien verloren, also ein Schokoriegel. Beim Walken oder Radfahren brauche ich dazu mehr Zeit. Radfahren ist aber eine gute Sache für Übergewichtige, weil man nicht so viel Unfug mit den Gelenken machen kann.

Volksstimme: Viele nutzen inzwischen eine Pulsuhr. Welche Werte empfehlen Sie?

Rudolf: Mit 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz trainiert man in der Fettverbrennungszone. Die Herzfrequenz errechnet sich bei Männern: 220 minus Lebensalter, davon 70 Prozent. Für einen 50-Jährigen wäre das Puls 119. Bei Frauen lautet die Faustformel 226 minus Lebensalter, davon 70 Prozent.

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