Ausbildungen in der Pflege

Gesundheits- und Krankenpfleger/in:
Dauer: 3 Jahre
Voraussetzung: mittlerer Schulabschluss

Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/in:
Dauer: 1 Jahr
Voraussetzung: Hauptschulabschluss, einjährige Vortätigkeit in der Pflege

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in
Dauer: 3 Jahre
Voraussetzung: mittlerer Schulabschluss

Altenpfleger/in:
Dauer: 3 Jahre
Voraussetzung: mittlerer Schulabschluss

Altenpflegehelfer/in:
Dauer: 1 Jahr
Voraussetzung: Hauptschulabschluss, einjährige Vortätigkeit in der Pflege

Heilerziehungspfleger/in:
Dauer: 3 Jahre
Voraussetzung: mittlerer Schulabschluss

Heilerziehungshelfer/in:
Dauer: 1 Jahr
Voraussetzung: praktische Erfahrung, Hauptschulabschluss

Magdeburg. Wer eine Berufsausbildung im Pflegebereich machen möchte, muss sich zwischen vier unterschiedlichen Bereichen entscheiden. Die Pflegeberufe unterteilen sich in Deutschland in

- Altenpflege,
- Krankenpflege,
- Kinderkrankenpflege und
- Heilerziehungspflege.

Zudem wird unterschieden zwischen Hilfskräften und examinierten Kräften (siehe Kasten).

Bis zum Jahr 2003 gab es die Berufsbezeichnung Krankenpfleger beziehungsweise Krankenschwester. Seither heißt es Gesundheits- und Krankenpfleger beziehungsweise Gesundheits- und Krankenpflegerin. Solche Kräfte pflegen und versorgen eigenverantwortlich kranke und pflegebedürftige Menschen, führen ärztlich veranlasste Maßnahmen aus, assistieren bei Untersuchungen und dokumentieren Patientendaten. Die Ausbildung beinhaltet neben pflegerischen Tätigkeiten auch Bereiche der Diagnostik.

Kombination aus Theorie und Praxis

Gesundheits- und Kinderkrankenpflege ist hingegen ein selbständiges Berufsfeld im ambulanten und stationären Bereich. In ihrem Mittelpunkt stehen Kinder aller Altersgruppen. "In der Ausbildung zum Altenpfleger kommen zusätzlich auch noch sozialpsychiatrische und ergotherapeutische Elemente hinzu", ergänzt Johanna Knüppel vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK). Bei der Heilerziehungspflege stehen Menschen mit Behinderung oder einer psychischen Erkrankung im Mittelpunkt.

Was alle Ausbildungen eint, ist die Kombination aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. "Der theoretische Teil wird an Berufsfachschulen unterrichtet und die praktische Ausbildung wird in stationären Einrichtungen abgeleistet", erläutert Johanna Knüppel.
Sie führt einen wichtigen Punkt an: Zudem gibt es in allen Bereichen auch die Möglichkeit, eine verkürzte Ausbildung zur Hilfskraft zu machen. Den Unterschied zwischen Helfern und Pflegern erklärt sie so: "Hilfskräfte dürfen nicht selbständig arbeiten. Sie sind weisungsgebunden und sind nur ausführendes Organ."

Die Vertreterin des Berufsverbandes Pflegeberufe kommt auf einen kritischen Punkt zu sprechen. Eigentlich sollte bundesweit die Ausbildung von Hilfskräften schrittweise abgebaut werden. "Aber weil eine immer größer werdende Nachfrage im Pflegebereich entstanden ist und zeitgleich die Qualifikationen vieler Schulabgänger für eine umfangreichere Ausbildung nicht mehr ausreichen, werden wieder vermehrt Hilfskräfte ausgebildet."

Wer ins Ausland will, muss einiges bedenken

Auch wenn die Vergütung nicht gerade hoch ist, so sind die beruflichen Perspektiven doch sehr gut. In Pflegeberufen wird nämlich lange Zeit Mangel an Arbeitskräften bestehen. Nicht zuletzt wegen des demografischen Wandels, also wegen der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft, werden unabhängig von der jeweiligen Region zunehmend Pflegekräfte gebraucht. Auch deshalb wird die Ausbildung der Hilfskräfte vorerst nicht beendet.

Die Verdienstmöglichkeiten im Bereich der Pflege sind unterschiedlich. Als Orientierung mag dienen: Wer im öffentlichen Dienst angestellt ist, erhält laut Tarifvertrag monatlich zwischen 1300 und 1500 Euro brutto als Hilfskraft, bis zu 2000 Euro als examinierte Pflegekraft. Hinzu kommen Zuschläge für Wochenend- und Nachtarbeit.

Für junge Leute, die auch einmal im Ausland arbeiten wollen, hat Johanna Knüppel noch einen sehr wichtigen Hinweis: "Im europäischen Ausland gibt es nur eine einheitliche Ausbildung in der Pflege. Die Ausbildung zum Altenpfleger beispielsweise gibt es nur in Deutschland und wird im Ausland auch nicht anerkannt. Examinierte Altenpfleger werden dort nur als Hilfskräfte eingestellt." Mit einer Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger hingegen wird man hingegen auch im Ausland als Fachpersonal eingestellt. Johanna Knüppel ist mit Blick auf die Zukunft allerdings überzeugt: "Auf lange Sicht wird es auch in Deutschland eine einheitliche Ausbildung im Pflegebereich geben."

Weitere Informationen zu den unterschiedlichen Ausbildungsberufen in der Pflege finden Sie unter folgendem Link.