Die Hochzeit: Die meisten Historiker vermuten sie im Herbst 929 im Umfeld der legendären "Hausordnung", mit der Heinrich I. im September politische Fakten schaffte und an die Öffentlichkeit ging. Ziel: Seinen Sohn Otto als alleinigen Erben des Königthrons bereits zu Lebzeiten zu etablieren. Die mächtigen Fürsten sollen dem jungen Otto schon damals ihre Treue, wie später bei der Krönung in Aachen wiederholt, in die Hand geschworen haben. Seltsam: Man weiß nichts Sicheres über die Hochzeit Ottos und Edithas. Nicht einmal den Ort: Mainz, Frankfurt am Main oder Quedlinburg? Für das heutige Sachsen-Anhalt spricht die Tatsache, dass Heinrich und Mathilde dort in den Jahren zuvor erheblich in ein Machtzentrum ihrer Familie investiert hatten und Quedlinburg vermutlich schon 929 als Ort der Memoria Heinrichs (lateinisch: Gedächtnis, Erinnerung) ausersehen war. Davon geht jedenfalls die Wissenschaftlerin Gerlinde Schlenker aus.

Außerdem sah Heinrich für sich und seinen Sohn damals die Aufgaben der Zukunft im Osten des Reichs. Sonst hätte er nicht dafür gesorgt, dass seine Schwiegertochter als Morgengabe das ganz am Rand des Reichs gelegene Magdeburg und an der Elbe gelegene Regionen erhalten hätte. Eine Tradition der Ottonen sei damit in Gang gesetzt worden. Die Königin durch eine großzügige Morgengabe in die Verantwortung zu stellen für die überreichten Regionen.

Innenpolitische Erwägungen könnten aber auch gerade deshalb Heinrich und Mathilde bewogen haben, die Hochzeit des Sohns weiter westwärts in Szene zu setzen, im mächtigen Mainz oder Frankfurt. So se hen es Historiker wie Gerd Althoff, die eine PR- oder Wahlkampfreise der gesamten königlichen Familie in den westlichen Teil des Reichs annehmen. Nach kirchlicher Hochzeit, Eheversprechen vor Gott, Tausch der Ringe, so beschreibt es die Historikerin Schlenker, wird es sicherlich ein mehrtägiges Festmahl mit Gesang, Tanz, Spielleuten, Kampfspielen, den Austausch von Geschenken, Umzügen und Volksbelustigungen gegeben haben. Die Hochzeitsnacht war ebenfalls eine Angelegenheit von öffentlichem Interesse. Die Sicherung der Kontinuität der Herrschaft war eben entscheidend.

Als Entschädigung für die Hingabe ihrer Jungfräulichkeit war der Braut eine Morgengabe bestimmt, "dos". Sie wurde erst am Morgen nach der Hochzeitsnacht übergeben. Es ist bekannt, dass Editha von Otto Magdeburg geschenkt bekam. "Seid ehrlich, Männer", fordert die Magdeburger Stadtführerin im selbstgenähten Editha-Kostüm ihre männlichen Zuhörer auf: "Wer von euch hat seiner Frau nach der Hochzeitsnacht ein ähnlich wertvolles Geschenk gemacht?" Man hat der künftigen Königin Editha damals gerade diesen Grenzbereich damit sehr ans Herz gelegt und dessen Bedeutung dokumentiert, meint Caspar Ehlers. Man habe die aus England stammende Königin damit binden wollen.

Laut Überlieferung soll Editha gerade den wilden und gefährlichen Teil ihrer neuen Heimat geliebt und geschätzt haben. Ihr wird eine Vorliebe für Magdeburg und die Region an der Elbe nachgesagt.