Alles zum Streit um Editha unter www.volksstimme.de/editha

Der Zustrom an Leserbriefen zum Thema " Editha " reißt nicht ab. Vor allem Magdeburger, aber nicht nur, sind aufgebracht und fordern die historische Identität der Stadt ein. Das wäre vor sagen wir zehn Jahren so wohl nicht vorstellbar gewesen. Hier zeigt sich, dass sich etwas verändert hat. Das hat viele Gründe. Einer ist gewiss die international gerühmte Ottonen-Ausstellung des Direktors des städtischen Kulturhistorischen Museums, Professor Puhle.

In der oft mit viel Herzblut geführten Debatte wird immer wieder auf eine Bevorzugung Halles verwiesen. Der Vorwurf richtet sich schnell gegen die Person des Kultusministers. Allerdings darf man nicht übersehen, dass es um die Strukturen geht, die sich nach 1990 herausgebildet haben, als es um den Ausgleich zwischen der Landeshauptstadt Magdeburg und der " Kulturhauptstadt " Halle ging. Diese Strukturen sind von sehr unterschiedlichen Parlamenten und Landesregierungen verfestigt worden. Der Widerstand dagegen war wirkungslos.

Das heutige Problem zeigt sich schon in dem Umstand, dass der Direktor des Landesamtes für Denkmalpfege und Archäologie in Personalunion auch Direktor des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle ist. Zwei Landesmuseen und vier Kulturstiftungen sind inzwischen in Halle angesiedelt. Das sichert die Landesf nanzierung, auch wenn für Ausstellungen wie in Magdeburg hohe, doch eben nur projektbezogene Summen bereitgestellt werden.

Aufschlussreich ist die Zusammensetzung des Landtagsausschusses für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Von den zwölf Mitgliedern sind zehn aus Halle und Umgebung, von denen wiederum zwei auch im Stadtrat von Halle sitzen und einer im Kuratorium des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle tätig ist. Der Vorsitzende ist aus Schönebeck, einer aus Haldensleben. Aus Magdeburg selbst ist niemand dabei !

Wenn Hallenser für ihre Stadt erfolgreich kämpfen, kann man ihnen das nicht vorwerfen. Aber es darf nicht sein, dass die Fraktionen, die die Ausschüsse bestimmen, eine solche Schiefage zulassen. Und das ist nur eine der Fehlentwicklungen. Der " Fall Editha " könnte das Gute haben, dass diese endlich erkannt und angegangen werden.