Etwa 7000 Menschen haben am Sonnabend auf dem Wiener Zentralfriedhof von Peter Alexander Abschied genommen. Diese Zahl nannte Peter Holeczek von der Wiener Bestattung der Nachrichtenagentur dpa. Der Sänger, Schauspieler und Fernsehstar Peter Alexander war vor einer Woche im Alter von 84 Jahren in seiner Heimat Wien gestorben.

Wien (dpa). Vom frühen Morgen an hatten Fans und Freunde des populären Showstars vor der Aufbahrungshalle Schlange gestanden, in der Alexanders Sarg aufgebahrt war. Noch eine Stunde nach dem geplanten Ende um 16 Uhr wurden Menschen eingelassen, sagte Holeczek: "Wir wollen niemanden wegschicken."

Peter Alexanders Tod hatte in seiner Heimat große Trauer ausgelöst. In Nachrufen wurde er als "Universaltalent" und "großer Österreicher" gewürdigt, Medien nannten ihn "Alexander, der Große". Mit ihm sei eine Ära zu Ende gegangen, hieß es. Auch kritische Stimmen wurden laut, die ihn als Vermittler einer zu heilen Fernsehwelt bezeichneten.

Zur öffentlichen Aufbahrung ihres Idols waren Trauernde aus ganz Österreich und dem benachbarten Ausland angereist, auch viele Anhänger aus Deutschland waren gekommen. Die Fans legten Blumen nieder und zündeten Kerzen an.

"Er ist für mich eine ganz wichtige Erinnerung aus der Kindheit", erzählt der 42-jährige Michael Kraff, der extra aus Frankfurt angereist ist. Die 70-jährige Maria Krumpholc aus Wien sagt: "Ich habe ihn geliebt. Als Schauspieler war er einmalig. Es gibt niemanden wie ihn." Und Herta Hürner, ebenfalls 70 und aus Wien, ergänzt: "Ich werde ins Kondolenzbuch schreiben: Danke für die schöne Zeit." Die drei stehen ganz vorne an der Absperrung vor der Halle des Wiener Zentralfriedhofs. Seit den Morgenstunden harren sie in der Kälte aus.

"Peter Alexander hat mich mein Leben lang begleitet", sagt Michael, der schon um fünf Uhr morgens direkt vom Nachtzug kam. Er zieht die Lederjacke enger und rückt seine Schirmkappe zurecht. "Ich habe fast alle seine Platten und kenne alle Shows. Deshalb bin ich extra hierhergekommen. Um selbst "Auf Wiedersehen" zu sagen."

Unter den prominenten Gästen waren der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann, Wiens Bürgermeister Michael Häupl, Kulturministerin Claudia Schmied sowie Alexanders Filmpartnerin Waltraut Haas (83).

In der Menge der Trauernden machte ein Gerücht die Runde, wonach der Sarg leer sei und zur gleichen Zeit die eigentliche Bestattung auf dem Friedhof in Grinzing stattfinde. Das Gerücht nannte Organisator Holeczek "unglaublich". Der dpa sagte er: "Das ist auf das Schärfste zurückzuweisen."

Die Beerdigung soll zu einem unbekannten Zeitpunkt im engsten Kreis von Familie und Freunden stattfinden.

Das Familiengrab, in dem bereits Alexanders 2003 gestorbene Ehefrau und seine 2009 verunglückte Tochter ihre letzte Ruhe gefunden haben, befindet sich auf dem Grinzinger Friedhof in Wien-Döbling.

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