SanFrancisco (dpa). Der mutmaßliche Entführer der Amerikanerin Jaycee Lee Dugard will sich schuldig bekennen und wird damit den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen. Dies teilte der kalifornische Anwalt Stephen Tapson gestern dem "San Francisco Chronicle" mit. Phillip Garrido (59), der 1991 zusammen mit seiner Frau Nancy (55) das damals Elfjährige Mädchen Jaycee in Kalifornien entführte und 18 Jahre lang in seinem Haus versteckt hielt, soll morgen vor einem Richter erscheinen. Im Falle eines Schuldbekenntnisses kommt es nicht zu einem Prozess.

Tapson, der Anwalt von Garridos Ehefrau, sagte, seine Mandantin werde vermutlich ein Verfahren anstreben. Sie sei selbst ein Opfer ihres "bösartigen" Mannes gewesen, der die Frauen in seiner Gewalt hatte. Nancy Garrido gestand den Ermittlern, sie habe gewusst, dass ihr Mann sein Entführungsopfer über Jahre hinweg sexuell missbrauchte. Sie habe selbst bei der Entbindung von Dugards Töchtern geholfen.

Die heute 30-jährige Dugard und ihre beiden Töchter waren im August 2009 in einem Vorort der Stadt Antioch entdeckt worden. Das Ehepaar hatte die Entführte und später auch die beiden Mädchen in einem Zelt im Garten untergebracht.

Im vorigen Jahr gab die kalifornische Justiz schwere Fehler bei den Ermittlungen zu. Beamte hatten bei ihrer Überprüfung des vorbestraften Sexualverbrechers Garrido auch mit Dugard und der älteren Tochter gesprochen. Sie schöpften aber keinen Verdacht und versäumten es, die Identität der jungen Mutter und ihrer beiden Kinder sowie der Beziehung zu Garrido nachzugehen. Der Bundesstaat sprach Dugard 2010 eine Entschädigung von 20 Millionen Dollar zu.