Den gewünschten Studienplatz zu ergattern ist schon schwierig, aber eine noch größere Herausforderung ist es, in einer deutschen Großstadt eine passende Unterkunft zu finden. Denn preiswerter Wohnraum für Studenten ist knapp und daran wird sich mittelfristig auch wenig ändern. In vielen Städten deckt das Angebot nicht die vorhandene Nachfrage ab, sodass es oft zu wenig bezahlbare Wohnungen gibt.

Dramatische Situation in westdeutschen Metropolen

Vor allem in Ballungszentren wie Frankfurt, München, Hamburg und Köln ist die Situation problematisch. Wenn man überhaupt etwas findet, muss man dafür tief in die Tasche greifen. So ist ein WG-Zimmer selten unter 500 Euro zu bekommen und für eine Wohnung zahlt man inzwischen etwa 13 Euro pro Quadratmeter. In Dresden oder Leipzig hingegen sind die Mieten nur halb so hoch und damit noch recht erschwinglich. Während man in vielen anderen Unistädten um bezahlbare Wohnungen regelrecht kämpfen muss, ist die Situation in Ostdeutschland vergleichsweise entspannt. Durch die Investitionen seit der Wende sind außerdem die Studienbedingungen dort sehr gut und das Betreuungsverhältnis ist oft besser als an westdeutschen Unis.

Die Unterkunftssuche verlangt viel Engagement

Der Studienbeginn ist nicht nur ein neuer Lebensabschnitt, sondern verändert meist auch die Wohnsituation. Man zieht bei den Eltern aus oder sogar in eine andere Stadt und braucht eine passende Unterkunft, die möglichst wenig kosten sollte. Bei den Studenten am Beliebtesten sind Wohngemeinschaften und ein freies Zimmer dementsprechend schwer zu bekommen. WG-Angebote findet man am Schwarzen Brett, in der Zeitung oder online auf Portalen wie noknok24.de. Zunächst bewirbt man sich schriftlich und sollte sich dabei besondere Mühe geben, um nicht in der Masse der Suchenden unterzugehen. Standardfloskeln verbieten sich deshalb von selbst. Neben den Basisinformationen und einem Foto, auf dem man gut zu erkennen ist, sollte man Formulierungen finden, die den WG-Bewohnern in Erinnerung bleiben. Am meisten Erfolg versprechen Bewerbungsschreiben, die außergewöhnlich sind und gleichzeitig den Charakter des Bewerbers widerspiegeln.

Alternativ eine WG gründen

Findet man kein geeignetes Zimmer, kann man eine Wohngemeinschaft auch selbst gründen. Im Idealfall kennt man schon einige Leute oder man sucht sich Mitbewohner, mit denen man gut zusammenpassen würde. Anschließend muss allerdings eine entsprechend große Wohnung gefunden und angemietet werden, die neben Küche, Bad und eventuellem Gemeinschaftsraum ein eigenes Zimmer für jeden Beteiligten bietet. Damit das Zusammenleben geregelt ist und Streitereien vermieden werden, legt man in einer Art Hausordnung die Rechte und Pflichten der Bewohner fest. Den Mietvertrag kann man entweder gemeinsam unterzeichnen oder alleine abschließen und dann die einzelnen Zimmer untervermieten. Dazu braucht man jedoch die Zustimmung des Vermieters. Untervermietung hat den entscheidenden Vorteil, dass man einen unliebsamen Mitbewohner selbst kündigen kann. Ein gemeinsam unterschriebener Mietvertrag lässt sich nur von allen Mietern auflösen, ein ausscheidender Mieter kann jedoch durch einen neuen Mitbewohner ersetzt werden.
Um überhaupt ein Zimmer oder eine Wohnung zahlen zu können, braucht man als Student entweder die Unterstützung des Elternhauses oder man jobbt nebenbei. Aber auch vom Staat wird man je nach Einkommen der Eltern durch das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAfÖG) finanziell gefördert und erhält zur Hälfte einen Zuschuss und zur anderen Hälfte ein zinsfreies Darlehen, das nach dem Studium zurückgezahlt werden muss. Alternativ kann man über einen zinsgünstigen Studienkredit der KfW seine Lebenshaltungskosten finanzieren.

Durch die Wohnungsnot entstand eine neue Idee

Auf dem WG-Markt gibt es seit einiger Zeit einen Trend, der sich "Wohnen für Hilfe" nennt. Dabei leben Studenten mit Menschen zusammen, die im Haushalt Unterstützung brauchen. Waren es am Anfang eher Senioren, so sind es inzwischen auch Familien und Alleinerziehende, die diese Wohnform für sich entdeckt haben. So kann der Student preiswert wohnen und hilft im Gegenzug seinem Vermieter im Alltag. In welcher Form etwas geleistet wird, ist dabei vertraglich festgelegt. Meist gilt die Regelung, dass man pro Quadratmeter eine Stunde pro Monat arbeitet.