Ich habe seit vielen Jahren Epelipsie. Die Ärzte haben eine sogenannte " fokale Epilepsie " festgestellt. Wie sollte ich mich während der Schwangerschaft verhalten ?

Es antwortet Dr. Claudia Gerloff, Oberärztin der UniversitätsfrauenklinikMagdeburg : Die Schwangerschaft einer Epilepsiepatientin sollte möglichst gut geplant werden. In einem ausführlichen Beratungsgespräch mit dem Frauenarzt sollten die Besonderheiten und Risiken bei bestehender Epilepsie besprochen werden.

Einige Antiepileptika können das sich entwickelnde Kind im Mutterleib schädigen. Deshalb sollte eine genetische Beratung und die Vorstellung beim behandelnden Neurologen zur Überprüfung der medikamentösen Einstellung erfolgen.

Das Fehlbildungsrisiko ist unter der Therapie mit antiepileptischen Medikamenten gering erhöht. Es können Spaltbildungen im Bereich der Wirbelsäule (" offener Rücken "), eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Herzfehlbildungen oder Fehlbildungen am Skelett auftreten. Aus diesem Grund sind ausführliche Vorsorgeuntersuchungen im Schwangerschaftsverlauf angezeigt. Außerdem wird die Einnahme von Folsäure bereits Wochen bis Monate vor Eintritt der Schwangerschaft bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels empfohlen.

In der 16. bis 18. Schwangerschaftswoche sollte eine mütterliche Blutentnahme zur alpha-Fetoprotein-Bestimmung ( AFP ) erfolgen. Dieser Wert ist bei Kindern mit Neuralrohrdefekten erhöht. Bei Auffälligkeiten kann der Wert aus dem Fruchtwasser kontrolliert werden. Zum Fehlbildungsausschluss wird eine Ultraschallfeindiagnostik der Organe in der 20. bis 22. Schwangerschaftswoche angeraten.

Die Entbindung verläuft bei einer an Epilepsie erkrankten Schwangeren in der Regel nicht komplizierter als bei gesunden Frauen.