Köln - Wer beruflich viel sitzen oder stehen muss, kämpft meist auch mit Beschwerden in den Beinen. Sie werden mit jeder Arbeitsstunde schwerer, oft spannen die Waden unangenehm und die Fußknöchel schwellen an. Nicht immer deuten die Probleme auf eine Venenerkrankung hin, ein Alarmsignal sind sie jedoch schon.

" Wenn die Schwellungen so stark sind, dass der Bund der Socken tief einschneidet und die Beine schmerzen, sollte ein Arzt aufgesucht werden ", rät Dr. Ulrike Roth, Arbeitsmedizinerin von TÜV Rheinland. Das gilt erst recht, wenn sich bereits Krampfadern zeigen. Kommen die Venen ihrer Aufgabe, das Blut zum Herzen zurückzutransportieren, nicht mehr voll nach, können schmerzhafte Venenentzündungen die Folge sein.

Doch das ist mit ein paar Maßnahmen vermeidbar. Betroffene können beispielsweise mit dem Tragen von Kompressionsstrümpfen die natürliche Venenpumpe in den Beinen unterstützen. Wer erblich vorbelastet ist, weil auch Eltern oder Großeltern an schwachem Bindegewebe und Venenerkrankungen leiden, sollte bereits auf die Gesundheit der Venen achten, bevor Krampfadern entstehen. Dafür empfiehlt es sich, in der Freizeit zu schwimmen, zu wandern oder zu tanzen.

Während der Arbeitszeit sollte jede Bewegungsmöglichkeit genutzt werden, indem man etwa zum Kollegen hinübergeht statt ihn anzurufen, im Sitzen öfter mit den Füßen wippen und so oft wie möglich die Beine hochlegen. Darüber hinaus sind sehr enge Jeans und Socken oder Kniestrümpfe mit einschnürenden Gummis zu vermeiden. Gleiches gilt für Schuhe mit hohen Absätzen. Gut tun hingegen kalte Kniegüsse morgens vor der Arbeit und, wenn es geht, zusätzlich während der Mittagspause.

Stützstrümpfe empfehlen sich in bestimmten Fällen aber auch für Menschen ohne Venenprobleme, denn sie beugen Thrombosen vor, die zu einer Lungenembolie führen können. Eine Thrombose entsteht durch Immobilität. Bleiben die Beine still, verzögert sich der Rückfluss des Blutes. Durch den Rückstau und den langsamen Blutfluss kann ein Blutgerinnsel entstehen. Löst sich die Thrombose von den Gefäßwänden, wandert sie im schlimmsten Fall in die Lunge und verursacht eine Lungenembolie. Allein in Deutschland sterben jährlich rund 30 000 Menschen an den Folgen einer solchen Embolie. Daher müssen Menschen, die sich zu wenig bewegen, vorbeugen. Das gilt auch für längere Reisen, egal ob mit Flugzeug, Bus oder Auto. Zur Thromboseprophylaxe geeignete Reisestrümpfe gibt es rezeptfrei in der Apotheke.

Ein erhöhtes Thromboserisiko haben übergewichtige Menschen, Raucher und Frauen, die die Pille nehmen.