Hamburg - Mit Beginn der dunklen Jahreszeit läuft in den Solarien wieder die Hochsaison an. Doch die Gefahren auf den Sonnenbänken werden gerade von jungen Leuten unterschätzt : " Wer vor dem 30. Lebensjahr in ein Solarium geht, erhöht sein Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, um 75 Prozent ", warnt Rüdiger Greinert, Generalsekretär der Europäischen Gesellschaft zur Hautkrebsprävention ( Euroskin ). Bei hellen Hauttypen sei die Gefahr noch größer.

Der Grund sind Sonnenbänke, die häufig ein Vielfaches mehr an schädlicher ultravioletter Strahlung abgeben als das Tageslicht. " In den Solarien stehen oft Bräuner mit einem UV-Index von 48 oder mehr. Das heißt, sie überschreiten die Intensität eines Sonnenbades am Äquator zur Mittagszeit um den Faktor vier bis fünf ", erläutert der Biophysiker.

Laut einer EU-Richtlinie vom Juli 2007 dürfen solche Geräte hierzulande zwar nicht mehr neu aufgestellt werden. Es werde aber noch einige Jahre dauern, bis die Sonnenstudios ihre alten Bänke durch neue, strahlungsärmere Varianten mit UVIndex 12 ausgetauscht haben. Und selbst unter diesen Bräunern setzt man seine Haut laut Euroskin großer Gefahr aus : " Bei einem natürlichen UV-Index von 12 empfiehlt die WHO, die Haut nicht der Sonneneinstrahlung auszusetzen. " Wer das Risiko dennoch eingehen will, sollte nur in Sonnenstudios gehen, die ein Prüfsiegel nach den Kriterien des Bundesamtes für Strahlenschutz aufweisen. Dabei handelt es sich um eine freiwillige Zertifi zierung, die im August eingeführt wurde : Damit verpflichten sich die Sonnenstudios, ein Mindestmaß an Schutzvorrichtungen zu treffen. Dazu gehört die Bestimmung des Hauttyps des Kunden sowie die Aufstellung eines Bestrahlungsplans, der immer " suberythemal " – das heißt unter der Schwelle zum Sonnenbrand – bleibt. Darüber hinaus werden die Solarien von geschultem Personal bedient, Münzeinwürfe sind tabu.