Berlin - Diabetiker sollten bei Fernreisen ihre Insulindosis an die Zeitverschiebung anpassen. Am besten besprechen sie dies vorher mit ihrem Arzt oder Apotheker. Während des Flugs sollte der Blutzucker alle zwei bis drei Stunden gemessen und etwas höher eingestellt werden, um Unterzuckerungen zu vermeiden, rät die Apothekerin Ursula Sellerberg. Zeitverschiebungen unter vier Stunden müssen bei der Insulingabe normalerweise nicht berücksichtigt werden.

Bei einem Flug nach Westen verlängert sich der Tag – es empfiehlt sich laut Sellerberg, während des Flugs zusätzlich ein kurzwirkendes Insulin zu spritzen. Anders ist es bei Flügen nach Osten, die den Tag verkürzen. Werden mehr als acht Zeitzonen überfl ogen, sollte die Insulindosis schon vor Flugbeginn reduziert werden. Am Urlaubsort wird die Insulindosis zur gewohnten Tageszeit – angepasst an die neue Zeitzone – gespritzt. Die Bordmahlzeiten sind für Diabetiker meist nicht optimal. Auch viele spezielle Diabetiker-Diäten kann die Expertin nicht empfehlen : Die Portionen sind zu klein und enthalten zu wenig Kohlenhydrate. Deshalb sollten Diabetiker das vegetarische Menü vorbestellen, es enthält in der Regel ausreichend komplexe Kohlenhydrate, rät Sellerberg.

Der Fluggast sollte auch damit rechnen, dass sich das Servieren verzögert oder er während des Flugs keinen Appetit hat – beides muss er bei der Insulinbehandlung berücksichtigen. Alkohol während des Flugs ist tabu, da sonst Unterzuckerungen und Thrombose drohen. Auch für Diabetiker, die mit dem Auto unterwegs sind, ist eine sorgfältige Reiseplanung wichtig. Sie machen am besten alle zwei Stunden eine Pause, um ihre Blutzuckerwerte zu kontrollieren.