Magdeburg. Am 15. November ist Welt-Diabetes-Tag. Der vor 15 Jahren von der Internationalen Diabetes Förderation und der Weltgesundheitsorganisation ins Leben gerufene Aktionstag soll auf eine Erkrankung aufmerksam machen, die weltweit auf dem Vormarsch ist.

Allein in Sachsen-Anhalt leben nach Schätzungen des Diabetiker-Bundes rund 250 000 Zuckerkranke. Das Motto des diesjährigen Aktionstages lautet " Hilfe für jedermann ", denn weltweit erhält längst nicht jeder die Behandlung, die notwendig ist, um das Risiko von Folgeschäden durch einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel klein zu halten. Unzureichend therapiert drohen Schädigungen der Nervenbahnen und der kleinen Blutgefäße, die zu schlecht heilenden Wunden, Nierenversagen, Herzinfarkt, Erblindung und vielem mehr führen. Das Problem sei, dass zwischen dem Beginn des Diabetes und der Diagnosestellung oft mehrere Jahre vergehen, hebt Professor Werner Scherbaum vom Diabetes-Zentrums in Düsseldorf hervor. So haben bei Diagnosestellung des Typ-2-Diabetes viele Patienten schon Folgeerkrankungen.

Risikocheck wichtig für Schwangere

Im Frühstadium verursacht eine gestörte Zuckerverwertung des Körpers ähnlich wie ein dauerhaft erhöhter Blutdruck noch keine Beschwerden. Die Betroffenen fühlen sich wohl und suchen deshalb auch keinen Arzt auf. Mit einem Risikocheck beim Arzt ist ein veränderter Zuckerstoffwechsel ( gestörte Glukosetoleranz ) jedoch frühzeitig zu diagnostizieren. Oftmals reichen dann bereits einige Lebensstiländerungen ( gesündere Ernährung und mehr Bewegung ) aus, um den Ausbruch der Zucker-Erkrankung und deren Folgeschäden ohne Einsatz von Medikamenten noch zu verhindern.

Zu solchen Risikochecks raten Ärzte insbesondere auch Schwangeren, da ein unerkannter Diabetes mellitus eine Gefahr für Mutter und Kind bedeutet. Die Kosten des von den ärztlichen Fachgesellschaften empfohlenen oralen Glukose-Toleranztests inklusive Beratung ( ca. 15 bis 35 Euro ) sind allerdings keine Leistung, die üblicherweise von Krankenkassen erstattet werden.

Positives gibt es nach Angaben der Vorsitzenden des Diabetiker-Bundes Sachsen-Anhalt, Rosmarie Johannes, für Patienten zu vermelden. Die so genannten kurzwirksamen Insulin-Analoga ( z. B. NovoRapid, Humalog, Apidra ), mit denen viele Typ-2-Diabetiker seit Jahren den Zuckerstoffwechsel optimal reguliert haben, dürfen Ärzte künftig auch wieder den Versicherten einiger gesetzlicher Krankenkassen verschreiben. Die genannten Insuline waren Anfang Oktober wegen ihrer vergleichsweise hohen Kosten als Kassenleistung zunächst gestrichen worden. Inzwischen haben jedoch verschiedene Betriebskrankenkassen im Westen, sowie die DAK, die Techniker Krankenkasse und die Barmer mit Pharmafirmen Rabattverträge geschlossen.

Andere Krankenkassen werden voraussichtlich nachziehen. " Es ist Bewegung in den Arzneimittelmarkt gekommen ", kommentiert die Vorsitzende des Diabetiker-Bundes Sachsen-Anhalt das Geschehen. Diabetiker, die sich genauer informieren möchten, können das bei der Patientenvertretung tun. Telefon : ( 0345 ) 1223314, E-Mail: diabetikerbundsa@onlinehome.de oder im Internet.

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