Rückenschmerzen in Zahlen

Arbeitsunfähigkeit mit Krankschreibung oder Frühberentung durch Rückenschmerzen kosten jährlich 10 bis 15 Milliarden Euro. Zu den indirekten Kosten kommen Behandlungskosten von ca. 10 Milliarden Euro. Zusammen erreichen die Rückenschmerz-Kosten jährlich die immense Höhe von 20 bis 25 Milliarden Euro. Kein Wunder, denn
- 21,6 % der Frauen haben chronische Rückenschmerzen,
- 65,8 % der Frauen haben immerhin gelegentliche Rückenschmerzen,
- 15,5 % der Männer haben ebenfalls chronische Rückenschmerzen,
- 57,4 % der Männer plagen sie gelegentlich,
- 25,8 % aller Krankentage gehen auf Muskel- und Skeletterkrankungen
zurück, die meisten davon Rückenschmerzen,
- 90 % der Rückenschmerzen bessern sich innerhalb kurzer Zeit,
- aber 10 % werden chronisch.

Rückenschmerzen sind weit verbreitet. Rund 69 Prozent aller Deutschen plagen sie regelmäßig. Die Folge: Lange Ausfallzeiten und hohe Behandlungskosten. Doch nicht immer werden sie richtig therapiert. Lesen Sie hier, warum der Hausarzt die erste Anlaufstelle ist und wie Physiotherapie helfen kann.

Der Rücken ist ein Wunderwerk. Dank ihm sind wir die einzigen Lebewesen, die lange Zeit aufrecht gehen können. Möglich wird es durch das Zusammenspiel von 7 Halswirbeln, 12 Brustwirbeln, 5 Lendenwirbeln plus Kreuz- und Steißbein sowie vieler Muskeln und Sehnen. Dazwischen dämpfen Bandscheiben die Schritte und andere Bewegungen. Aber über zwei Drittel (rund 69 Prozent) aller Deutschen haben immer mal wieder ein Kreuz mit ihrem Kreuz. Denn Rückenschmerz hat viele Ursachen wie zum Beispiel Stress, Entzündungen an Sehnen und Muskeln, Gewebeablagerungen sowie falsche Ernährung und vor allem zunehmender Bewegungsmangel. Dennoch sind Rückenschmerzen keine Plage der Neuzeit. Schon aus Ägypten ist überliefert, dass ein Pharao seinen Leibarzt köpfen ließ, weil der ihn nicht von seinen Rückenschmerzen befreien konnte.

Statt abenteuerlicherer Therapien besser gleich zum Hausarzt – Trotz dieser Zahlen werden Rückenleiden oft abenteuerlich therapiert. Noch immer gibt es Ärzte, die Schmerzmittel in Kombination mit Bettruhe verordnen, anstatt dosierte Bewegung und leichtes Training unter qualifizierter Anleitung eines Physiotherapeuten zu empfehlen. Auch viele Betroffene denken, Ruhe sei die beste Medizin. So genannte Versorgungsleitlinien können solche Missverständnisse ausräumen. Vorausgesetzt, die Patienten haben Zugang zu den Berufsgruppen, die laut Leitlinie am besten helfen können. Erste Anlaufstelle der Betroffenen sind die Hausärzte. Sie haben es in der Hand, das Leid der Patienten durch umsichtige Therapie-Empfehlungen zu lindern. Physiotherapie und Rückenschule sind wirksame Maßnahmen nach den Leitlinien der niedergelassenen Ärzte (DEGAM). Der Generalsekretär des Deutschen Verbandes für Physiotherapie (ZVK) Eckhardt Böhle befasst sich intensiv mit der "Nationalen Versorgungsleitlinie Rückenschmerz", um die Versorgung der betroffenen Patienten weiter zu verbessern und vor allem, um bekannter zu machen, dass kontrolliertes Training langfristige Erfolge erzielen kann.