Tipp: Fieber – richtig messen

Eltern können Kindern das Fieber im Po, im Ohr, unter der Zunge, an der Stirn oder unter der Achsel messen. Der Ort der Messung hängt vom Messgerät und vom Alter des Kindes ab. Bei der Messung im Po sollte das Thermometer dünn eingecremt sein, um Verletzungen zu vermeiden. Beim Messen unter der Achsel müssen in der Regel 0,5 Grad dazu gerechnet werden, beim speziellen Ohrthermometer 0,3 Grad, um den tatsächlichen Wert zu ermitteln. Üblich sind heute digitale Thermometer, da sie günstiger sind als Infrarot-Thermometer. Die früher üblichen Quecksilber-Thermometer sind seit 2009 in der EU verboten.

Glasige Augen, rotes Gesicht und heiße Stirn: Die meisten Eltern brauchen nicht ein-mal ein Thermometer für ihre Diagnose. Hat das Kind Fieber, wachsen mit steigender Temperatur Sorge und Unsicherheit. Doch Fieber ist in vielen Fällen harmlos. Selbst Ruhe bewahren, viel Ruhe fürs Kind, ausreichend Flüssigkeit und vielleicht noch ein Hausmittel dazu sind oft die beste Medizin.

Kinder sind insgesamt viel anfälliger für Fieber als Erwachsene. Und manche Kinder be-kommen es häufiger als andere. Dabei ist das Fieber an sich keine Krankheit, sondern nur ein Symptom. Bei gesunden Kindern liegt die Temperatur zwischen 36,5 und 37,5 Grad Celsius, zwischen 37,6 und 38,0 spricht man von erhöhter Temperatur. "Erst darüber ist es Fieber und ab 39 ist das Fieber hoch", sagt Birgit Fuhrmann, Ärztin bei der AOK Sachsen-Anhalt. In den allermeisten Fällen steckt hinter dem Fieber eine harmlose Infektion, der Körper bekämpft Erreger und läuft dafür auf Hochtouren. Bei einigen Kindern ist es jedoch nicht einmal das. Kleinere reagieren oft auf das Zahnen mit Fieber, ältere auf Toben oder zu warme Kleidung mit erhöhter Temperatur. "Nur bei etwa einem von hundert Kindern ist der Auslöser eine ernstere Erkrankung, beispielsweise eine Lungenentzündung", sagt Furhmann.

Viel trinken ist wichtig

Bekommt das Kind Fieber, kann man es meist gut zu Hause versorgen. Auch wenn es harm-los ist, gehört das Kind aber weder in die Kita noch in die Schule. Der Körper braucht Ruhe und Zeit, um die Erreger zu bekämpfen. Außerdem könnte eine Infektion andere Kinder an-stecken. Das Fieber sollten Eltern drei Mal am Tag messen, um den Verlauf im Blick zu be-halten (siehe Infokasten).

Ganz wichtig ist es, dass das Kind viel trinkt. Ein feuchter, lauwarmer Waschlappen auf der Stirn tut vielen Kindern gut. Auch die traditionellen Wadenwickel können Eltern einsetzen. Zwar ist ihr Nutzen nicht wissenschaftlich belegt, Linderung verschaffen sie Kindern trotzdem oft. Dazu tauchen Sie zwei Baumwolltücher in handwarmes Wasser, wringen sie gut aus und wickeln je eines um jede Wade. Zwei trockene Tücher werden darüber gewickelt. Die Wickel sollen nicht zu lange wirken, sondern nur einige Minuten – das Kind darf dabei auf keinen Fall zittern und frieren, außerdem sollte eine wasserfeste Unterlage feuchte Bettwäsche ver-hindern.

Über den Einsatz fiebersenkender Medikamente sollten Eltern nach Einschätzung des Be-rufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) erst ab 39 Grad Celsius und abhängig vom Allgemeinzustand des Kindes nachdenken. Die Wahl des Wirkstoffs und die Dosierung sollte dann auf jeden Fall mit dem Kinderarzt besprochen werden.

Im Zweifel zum Arzt

Gerade wenn das Kind abends höheres Fieber hat, sollten Eltern auch nachts in der Nähe sein. "Das beruhigt nicht nur das Kind, sondern auch die Eltern", sagt Fuhrmann. Oft sind besonders Eltern von Babys oder noch sehr kleinen Kindern sehr besorgt, wenn ihr Kind fiebert. Mit der Zeit bekommen Eltern mehr Erfahrung, aber so lange sie sehr unsicher sind, gilt: Lieber einmal mehr zum Arzt.

Folgende Faustregeln nennen Kinder- und Jugendärzte, wann Fieber ein Grund für einen Arztbesuch ist:

• Bei Babys unter drei Monaten bei einer Temperatur von 38 Grad Celsius,
• bei älteren Kindern bei einer Temperatur über 39 Grad Celsius,
• wenn das Fieber länger als einen Tag anhält,
• wenn das Kind stark beeinträchtigt oder sogar apathisch ist,
• wenn es einen Fieberkrampf bekommt, bei dem es zuckt oder steif wird,
• wenn Durchfall, Erbrechen oder Hautausschläge dazu kommen,
• wenn das Kind Essen und Trinken verweigert.

Besonders achten sollten Eltern auf Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels. Er macht sich bei kleinen Kindern unter anderem an trockenen Windeln (geringe Urinmenge) und einer einge-sunkenen Fontanelle bemerkbar. Das ist die weiche Stelle zwischen den Knochen auf dem Kopf, die noch nicht zusammengewachsen sind. Auch trockene Schleimhäute im Mund und Lippen sowie blasse Haut und stehende Hautfalten sind Anzeichen dafür.

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