Empfehlungen für den Umgang mit IGeL

Sämtliche Leistungen der IGeL-Liste sind vom Versicherten privat zu bezahlen. Arzt und Patient schließen dazu einen privaten Behandlungsvertrag ab.

Für IGeL-Leistungen ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen Arzt und Patient erforderlich. Laut aktueller WidO-Studie unterblieb bei der Mehrheit der privaten Zusatzleistungen (63,6 Prozent) die erforderliche schriftliche Vereinbarung zwischen Arzt und Patient vor der Behandlung. Ein Fünftel (21,1 Prozent) der erbrachten Leistungen erfolgte ohne Rechnung.

Das sollten Patienten beachten: Fragen Sie nach Nutzen und Risiken der Leistung. Hält Ihr Arzt oder Ihre Ärztin die Behandlung für medizinisch notwendig? Welche gesundheitlichen Konsequenzen hat es, wenn Sie darauf verzichten? Erkundigen Sie sich nach dem Preis und unterschreiben Sie nicht sofort einen Behandlungsvertrag. Beratung und Behandlung sollten an verschiedenen Terminen stattfinden. Verlangen Sie zu Ihrer Sicherheit einen Kostenvoranschlag.

Eine Liste sowie eine Einschätzung häufig angebotener IGeL-Leistungen von A wie Allergietest bis U wie Ultraschalluntersuchung zur gynäkologischen Krebsfrüherkennung finden Sie im Internet unter

http://www.aok-igelratgeber.de.

Patienten der Gesetzlichen Krankenversicherung bekommen beim Arztbesuch immer öfter Zusatzleistungen gegen private Bezahlung angeboten. Diese zusätzlichen Gesundheitsleistungen werden auch Individuelle Gesundheits-Leistungen" (IGeL) genannt.

Darunter versteht man Diagnose- und Behandlungsmethoden, die nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gehören. Beim Umgang mit IGeL ist Vorsicht geboten. Einige der ärztlichen Zusatzleistungen sind durchaus nützlich, wie die reisemedizinische Beratung. Viele sind jedoch überflüssig. Einzelne Angebote sind dagegen medizinisch umstritten und können sogar gesundheitsschädlich sein.

Nach einer aktuellen Umfrage des Wissenschaftlichen Institutes der AOK (WidO) unter gesetzlich Krankenversicherten wurden ein Viertel (25,2 Prozent, d. h. mehr als 18 Mio. Versicherte) innerhalb eines Jahres beim Arzt mit Zusatzleistungen konfrontiert. Dabei werden diese Angebote gezielt einkommensstarken Patienten offeriert. Die Betroffenen zeigen sich angesichts der Vermarktung privater Zusatzleistungen in der Arztpraxis häufig verunsichert.

Wichtig ist: Gesetzliche Krankenkassen wie die AOK Sachsen-Anhalt übernehmen grundsätzlich die Kosten für alle Behandlungsmethoden, die medizinisch notwendig sind. Die IGeL-Leistungen stellen ein zusätzliches Angebot dar. Ausschlaggebend dabei ist, dass die Leistungen auf Wunsch der Versicherten erbracht werden und nicht medizinisch notwendig sind. Diese Wunschleistungen werden von der Krankenkasse nicht erstattet. Es handelt sich um einen privaten Behandlungsvertrag, den der Patient mit seinem Arzt schließt und mit seiner Unterschrift dokumentiert. Das heißt aber auch, dass die Kosten für diese Behandlungen privat zu begleichen sind.

Die IGeL-Angebote reichen von zusätzlichen Vorsorgemaßnahmen über Reisemedizin und Naturheilverfahren bis zu Anti-Aging Maßnahmen.

Weitere Informationen gibt bei der AOK Sachsen-Anhalt im Internet unter www.aok.de/sa oder bei den Patientenberatungsstellen der Verbraucherzentralen.