Für Sachsen-Anhalter in Not sind sie Anlaufstelle und oft letzte Zuflucht, die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale. Die Redaktion Leser-Obmann hat in ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verlässliche Partner.

Weil ihre Bank die Kredit- Bearbeitungsgebühr nicht erstatten wollte, hatte sich Familie Rösler aus Möckern im Sommer an den Leser-Obmann gewandt. Doch besteht darauf auch nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs kein automatischer Anspruch, informierte uns die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt.

An deren Magdeburger Beratungsstelle wandten sich dann die Leser aus Möckern und konnten Wochen später mitteilen: "Wir bekamen die Bearbeitungsgebühr jetzt endlich erstattet." Dazu bei- getragen habe die Unterstützung und Beratung in der Verbraucherzentrale, bei deren Mitarbeitern sich die Leser gern öffentlich bedanken möchten.

50 Mitarbeiter in 14 Beratungsstellen

Insgesamt bieten bei der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt in 14 Beratungsstellen zwischen Arendsee und Zeitz rund 50 Mitarbeiter sowie Rechtsanwälte und Energieberater kompetente, von Anbietern unabhängige persönliche Beratung - direkt vor Ort, per Telefon oder auch per E-Mail.

In der Magdeburger Beratungsstelle gehören Heidi Lange und Katja Schwaar von Anbeginn an zum Team. Bei der studierten Ingenieurökonomin Heidi Lange sitzen vor allem jene am Tisch, die zu Geldgeschäften Rat suchen. Waren es früher vor allem alle möglichen Formen von Abos, die Verbraucher mit Hilfe der Berater wieder loswerden wollten, "geht es jetzt häufig um größere Summen", sagt Heidi Lange. Bei vermeintlichen Steuersparmodellen habe schon mancher viel Geld verloren. Eine Frau aus Magdeburg, die gutgläubig in einen Schiffsfonds investierte, habe alles eingebüßt. Da konnte auch die Verbraucherberaterin nichts mehr retten.

Ihre Kollegin Katja Schwaar erinnert sich an einen älteren Herrn, dem durch ein Gewinnspiel das Konto komplett geleert wurde. Er habe in der Hoffnung, endlich den in Aussicht gestellten Hauptgewinn zu erhalten, immer wieder beträchtliche Summen überwiesen, berichtet die studierte Juristin.

Solche gravierenden Fälle sind zum Glück nicht ständiges Tagesgeschäft in der Verbraucherzentrale. Dubiose Rechnungen und fragwürdige Inkasso-Forderungen, täuschende Gewinnmitteilungen und Einladungen zu Kaffeefahrten, unklare Positionen auf Energie- und Telefonrechnungen sowie - wie im Fall aus Möckern - Probleme mit Bankgebühren sind einige der häufigsten Themen in der Verbraucherzentrale.

Passende Angebote für den individuellen Fall

Im vergangenen Jahr ließen sich dort landesweit 130000 Sachsen-Anhalter beraten, nutzten Informations- und Bildungsangebote, suchten Rat bei Aktionen oder erwarben Broschüren und Ratgeber rund um Verbraucherrechte.

"Am besten kommen die Leute schon zu uns, bevor das Kind in den sprichwörtlichen Brunnen gefallen ist", sagt Katja Schwaar. Präventiv könnten so eventuelle spätere Reinfälle etwa bei Telefon- oder Handytarifen, beim Wechsel des Energieanbieters oder bei Versicherungen vermieden werden. "Mit Hilfe von computergestützten Vergleichen können wir die auf den individuellen Einzelfall am besten passenden Angebote ermitteln", berichtet Katja Schwaar.

Unabhängig beraten wird auch zu Kredit- und Darlehensangeboten. "Manche knausern bei kleinen Beträgen im Supermarkt, unterschreiben aber schnell bei großen Beträgen", meint Heidi Lange. Bei ihr können zum Beispiel potenzielle Bauherren Baufinanzierungsangebote rechnerisch prüfen und ermitteln lassen, ob die eigenen finanziellen Ressourcen dazu passen.

Musterbriefe in der rechtlich korrekten Form

Kommen daheim schon die Briefe von Inkassobüros an, helfen die Verbraucherberater unter anderem mit Musterbriefen, mit denen man sich in rechtlich richtiger Form gegen unberechtigte Forderungen zur Wehr setzen kann. "Im Wesentlichen versuchen wir, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben", versichern Heidi Lange und Katja Schwaar von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt.