Dieter Bauermeister aus Eilsdorf verschickte am 11. Februar einen Brief per Einschreiben. Fast einen Monat später war dieser beim Empfänger immer noch nicht angekommen.

"Fünfmal", so schrieb er uns, "habe ich bei der Service-Nummer der Post angerufen, aber meistens war nur eine Stimme vom Anrufbeantworter zu hören und ich wurde vertröstet." Auch ein Fax an die Post-AG von der Poststelle, wo er den Brief aufgegeben hatte, blieb unbeantwortet.

"Das kann doch nicht sein, dass ein Einschreiben ohne Spur verschwindet", schreibt er. Auch die durch uns veranlassten erneuten Nachforschungen bei der Post förderten den Brief nicht wieder zutage.

Wie uns von der Post mitgeteilt wurde, war es schon bei den Nachforschungen im Februar nicht möglich, den Verbleib des Briefes aufzuklären. Zur Entschädigung wurde Dieter Bauermeister aber die in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen geregelte Ersatzleistung von 20 Euro zuzüglich des Portos zugesagt. Ob das aber den Verlust des Briefes aufwiegt, darf zumindest bezweifelt werden.

Zur Erklärung teilte uns die Post auch mit, dass die Zusatzleistung Einschreiben dem Sinn nach nur die Einlieferung und Auslieferung von Briefen nachweisbar machen soll. Das sei gerade bei Rechtsgeschäften häufig notwendig, zum Beispiel bei Kündigungen.

Bei Verlust oder Beschädigung eines Einschreibbriefes ist nur ein pauschaler Haftungsbetrag (20 bzw. 25 Euro plus Porto) vorgesehen. Eine darüber hinausgehende Versicherung der Sendung bzw. seines Inhaltes ist nicht Bestandteil dieser Zusatzleistung und daher nicht möglich.

"Der Verlust eines solchen Briefes", so heißt es in dem Schreiben der Post, "lässt sich deshalb schwer aufklären, weil der komplette Transportweg des Briefes nicht dokumentiert wird, sondern nur die Ein- bzw. Auslieferung. Auch Einschreibbriefe werden im Strom von täglich 70 Millionen Sendungen befördert und durchlaufen mehrere Bearbeitungsstationen, bei denen in Einzelfällen auch Bearbeitungsfehler oder Havarien auftreten können."

Sicherer sei der Versand von Briefen per Express, also als "Kuriersendung". Diese Sendungen seien nicht nur deutlich schneller, sondern auch sicherer im Transport, weil sie losgelöst von den "normalen" Briefen befördert werden. Damit verbunden sei entsprechend dem Inhalt auch eine Haftung bis zu 500 Euro. Deutschlandweit erfolge die Zustellung am folgenden Tag.