Weil er mit einer Lippen-Kiefer-Spalte zur Welt kam, kann Diana Freimann ihren kleinen Sohn nicht wie andere Muttis ihre Babys stillen. Jan-Felix benötigt einen speziellen Nuckel, ohne den er nicht aus der Flasche trinken könnte.

Diese sogenannten Habermann-Sauger aber sind teurer als "normale", die Säuglingen mit diesem Krankheitsbild nicht einmal als Beruhigungsnuckel gegeben werden dürfen.

Die Kinderärztin verordnete dem kleinen Patienten also die Spezialsauger, für die die Apotheke einen Kostenvoranschlag an die Krankenkasse sandte. Doch nur das erste Rezept habe die IKK gesund plus genehmigt, schrieben die Eltern an die Redaktion Leseranwalt.

Denn trotz der besonderen Gestaltung und Form der Sauger handele es sich um einen Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens, meinen Krankenkasse und Medizinischer Dienst der Krankenversicherung.

Und solche Gebrauchsgegenstände des allgemeinen Lebensbedarfs beziehungsweise der normalen Lebenshaltung seien auch dann keine Hilfsmittel, "wenn die Produkte für einen behinderten Menschen nützlicher sind als für einen gesunden oder in gewisser Weise behindertengerecht gestaltet wurden", begründete die IKK die daher nicht mögliche Kostenübernahme für die Habermann-Sauger.

Diese sind wirklich keine Hilfsmittel, um zum Beispiel den Erfolg einer Krankenbehandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine bestehende auszugleichen, blieb die Krankenkasse auch bei einer Nachfrage der Redaktion Leseranwalt bei ihrer Auffassung.

Dennoch schaute man sich den Fall des kleinen Jan-Felix, der die speziellen Sauger ja nur über einen absehbaren Zeitraum benötigen wird, nochmals genau an und fand eine Lösung im Interesse der Versicherten.

Da die Nahrungsaufnahme zu den Grundbedürfnissen gehörte, übernimmt die IKK bei diesem Kind nun die Kosten, die bei seinen Saugern die Kosten der normalen Nuckel übersteigen.