Wenn der 13. auf einen Freitag fällt, befürchten viele unangenehme Überraschungen. Im Februar dieses Jahres traf das für die Stendalerin Sabine Lingstädt zu. Allerdings waren die Unannehmlichkeiten weniger mit dem "Pech"-Datum an sich verbunden, als viel mehr mit Begleitumständen davor und danach.

Freitag, der 13. Februar dieses Jahres, war ein aufregender Tag für die Berufsschullehrerin Sabine Lingstädt und ihre Schüler. Sie erlebten gemeinsam im Bundestag live die Verabschiedung des Konjunkturpaketes mit. Interessante Erfahrungen brachte diese Exkursion, die im Unterricht vor- und nachbereitet wurde. In die Hauptstadt gelangten die Fachoberschüler mittels einer Gruppenfahrt, und da sind wir beim Problem. Sabine Lingstädt reservierte frühzeitig bei der Abteilung Gruppenreisen der Bahn Fahrscheine für 30 Mitreisende. Durch verschiedene Gründe verringerte sich in den darauffolgenden Wochen allerdings die Teilnehmerzahl auf 18 Schüler. Die Lehrerin teilte die geänderte Zahl rechtzeitig der Bahn mit und meinte, die Exkursion sei nun gut vorbereitet.

Kurz vor der Fahrt schickte die Bahn jedoch 30 Fahrkarten an die Schule. Das konnte sich Sabine Lingstädt nicht erklären, fragte bei der Bahn nach und erfuhr, dass ihre Nachricht mit der korrigierten Teilnehmerzahl offenbar bei der Bahn nicht angekommen sei. Sabine Lingstädt sandte unverzüglich die überzähligen Fahrkarten an die Bahn zurück. Von dort wurde nun ein Reisegutschein nach Stendal für eine nächste Fahrt gesandt, aber auf der Zahlung der ursprünglichen Fahrkartenanzahl wurde bestanden und – im Falle der Nichtbegleichung – mit dem Gerichtsvollzieher gedroht. "Ich bin ziemlich verzweifelt", schrieb die Lehrerin hilfesuchend an unsere Redaktion. "Soll ich für eine nicht erbrachte Leistung, den Nicht-Transport von zwölf Schülern, über 200 Euro aus eigener Tasche bezahlen?"

Wir baten die Bahn um eine nochmalige Überprüfung der Angelegenheit. Da die Mitteilung mit der reduzierten Teilnehmerzahl die Bahn nicht erreichte, konnte das nicht berücksichtigt werden, so die Antwort. Dennoch – unter Berücksichtigung aller Umstände – wurde dann doch aus Kulanz das Schreiben der Lehrerin nachträglich anerkannt und der Rechnungsbetrag reduziert. Sabine Lingstädt ist erleichtert, dass die Fahrt von Freitag, dem 13., doch noch ein gutes Ende fand.