Erwin Fix aus Egeln soll 5000 Euro gewonnen haben. Das erzählen ihm zumindest seit Wochen unerwünschte Anrufer. Wegen der Überweisung solle er seine Bankverbindung mitteilen, von seinem Konto würden dann noch 75 Euro Teilnehmergebühr und monatlich fünf Euro abgebucht. Lothar Schirmer, Erster Kriminalhauptkommissar der Polizeidirektion Nord, erklärt, wie man sich in solchen Fällen verhalten sollte:

"Immer wieder klagen Bürger über unerwünschte Anrufe, in denen ein vermeintlicher Gewinn suggeriert wird, obwohl die Angerufenen an keinem Gewinnspiel teilgenommen haben. In der Regel kommen diese Anrufe aus Call-Centern, die im Auftrag von Lotto-Gesellschaften oder deren Subunternehmer versuchen, Verträge abzuschließen.

Verstoß gegen das Wettbewerbsgesetz

Diese Praxis ist unzulässig, wenn zwischen dem Angerufenen und dem Anrufer nicht bereits eine Geschäftsbeziehung besteht. Es stellt einen Verstoß gegen das Wettbewerbsgesetz dar. Da die Anrufer, wenn sie direkt fragen, ob man bereit ist, ein Lotto-Abonnement abzuschließen, meist keinen Erfolg haben, werden sie erfinderisch.

Sie erklären, dass der Angerufene beim Lotto oder einer anderen Gewinnspielaktion gewonnen habe und nun die Kontoverbindung für die Überweisung des Geldes benötigt werde. Wer sich darauf einlässt, fndet bald auf seinem Konto eine Abbuchung für ein Abo und bekommt in der Regel auch eine "Bestätigung des fernmündlich abgeschlossenen Vertrages".

Ist es so weit gekommen, dann hilft nur ein Schreiben, in dem man den vermeintlich abgeschlossenen Vertrag anfechtet und vorsorglich Widerspruch einlegt.

Bei einer anderen Variante der Anrufe fordern die Anrufer auf, wegen einer Gewinnbestätigung eine 0900er Nummer zurückzurufen. Hier landet man auf einer Tonbandschleife und zahlt pro Minute bis zu zwei Euro.

Adressen und Telefonnummern werden im großen Stil unter Unternehmen ausgetauscht und verkauft. Es kann also jedem passieren, dass er durch solche Anrufe belästigt wird.

Da die Call-Center in Schichten arbeiten, werden die Listen stupide immer wieder abgearbeitet, solange eine Chance da ist, von dem Anzurufenden eine Vertragszusage oder die Kontoverbindung zu bekommen.

Aufforderungen, die Anrufe zu unterlassen oder den Namen aus der Liste zu streichen, fruchten meist nicht. Die Anrufer, die sich dieser miesen Masche bedienen, sind auch in der Regel nicht bereit, ihre Telefonnummer, ihren Namen oder die Anschrift ihres Unternehmens anzugeben. Sollte man massiv über einen längeren Zeitraum belästigt werden, hat man die Möglichkeit, bei der Telekom eine Fangschaltung zu beantragen. Kommt einer der unerwünschten Anrufe, kann so die Telefonnummer des Anrufers festgestellt werden. Mit dieser Nummer kann auch eine Anzeige bei der Polizei wegen Belästigung erstattet werden.

Meine Empfehlung: ein dickes Fell zeigen, sich auf kein Gespräch einlassen, sofort auflegen, ohne zu antworten und auf keinen Fall zurückrufen. Gewinner ist bei diesem Spiel nur der Betreiber der gebührenpflichtigen 0900er-Mehrdienstnummer." (es)