Seit Jahren war Gisela Haertel aus Wernigerode Besitzerin einer BahnCard. Eine Einrichtung der Bahn, die vor allem von Reisenden genutzt wird, die viel auf die Beförderungsleistungen der Bahn angewiesen sind. Immerhin erhält man als Besitzer der BahnCard nicht unerhebliche Preisermäßigungen für ein Ticket.

Nun kann es jedoch passieren, dass jemand nicht mehr so viel reisen kann oder muss, aus den unterschiedlichsten Gründen. Auch für Frau Haertel, inzwischen 80 Jahre alt, kam dieser Zeitpunkt. Dennoch zögerte sie mit der Kündigung und überlegte, ob sich aufgrund ihres Alters und Gesundheitszustandes eine Bahn-Card noch lohnt. Dadurch verpasste sie die Kündigungsfrist von sechs Wochen.

Um dieses Versehen auszubügeln, rief sie bei der zuständigen Stelle der Bahn an und schilderte, sie würde ihr Anliegen schriftlich nachreichen. Diesem Brief legte sie die von ihr unbenutzte neue Bahn-Card, die inzwischen bei ihr eingetroffen war, bei. Darauf erhielt sie eine Ersatzkarte und eine Zahlungsaufforderung über 57,50 Euro, einschließlich Mahngebühren. Wieder schickte sie beides zurück. Als Echo erhielt sie eine Mahnung und die Mitteilung, dass die Kündigung nicht anerkannt werden kann, weil síe nicht fristgerecht sechs Wochen vor Gültigkeitsende der Karte vorlag. Man habe aber ihre Kündigung für das folgende Jahr vermerkt.

Als sie die Aussichtslosigkeit ihrer eigenen Bemühungen einsah, wandte sie sich an uns. Auch wir erhielten die Antwort, dass es "leider nicht möglich ist, eine Kündigung für eine bereits produzierte BahnCard zu akzeptieren. Die Kündigung muss spätestens sechs Wochen vor Ablauf der Gültigkeit der BahnCard schriftlich erfolgen".

Aber: Aus Kulanzgründen wurde Frau Haertel folgende Regelung angeboten. Sie kann die BahnCard bis zum Ablauf nutzen. Die Kosten für die BahnCard erstattet ihr die Bahn in Form eines Gutscheines in Höhe von 55 Euro. Dieser Gutschein kann personenunabhängig für den Kauf von Fahrkarten genutzt werden. Und er ist ein Jahr gültig.