Frage : Können Granatäpfel und Zitronensäure wirklich vor einer unerwünschten Schwangerschaft schützen und wenn ja, wie zuverlässig ist das ?

Es antwortet Sophia Jeschke, Assistenzärztin an der Universitätsfrauenklinik Magdeburg .: Bereits aus dem alten Ägypten ist bekannt, dass Frauen Zitronensaft zur Verhütung verwendeten. Ein Vorläufer des heute bekannten Diaphragma ist eine ausgepresste Zitronenhälfte. Auch formten sie kleine Kegel in Form eines Tampons aus zerstoßenen Granatapfelkernen und Wachs. Das Prinzip dieser Verhütungsmethode ist vor allem deswegen beeindruckend, weil der Granatapfel ein natürliches Östrogen enthält, das wie bei der " Pille " den Eisprung verhindern könnte.

Heutzutage wird der Granatapfel aufgrund seiner hormonregulierenden Wirkung zur natürlichen Hormonsubstitution in den Wechseljahren verwendet.

Als Basis chemischer Verhütungsmittel verändert Zitronensäure das Scheidenmilieu, so dass die Samenzellen in ihrer Beweglichkeit gehemmt werden. Grundsätzlich sind chemische Mittel als alleinige Verhütungsmethode nicht zu empfehlen, da sie mit einer Schwangerschaftsrate bis zu 20 Prozent nicht besonders zuverlässig und sicher sind. Einer Studie der Vereinten Nationen zufolge, ist auch eine HIV-Infektion wahrscheinlicher, da der Virus über die gereizten Schleimhäute leichter in den Körper eindringen kann.

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