Kaffee schwarz ist meist bitter. Ist es magenfreundlicher, ihn mit Milch zu trinken ? Es antwortet die Ernährungsberaterin, Privatdozentin Dr. Jutta Dierkes vom Institut für Klinische Chemie und Pathochemie des Uniklinikums Magdeburg.

Kaffee wird in vielen verschiedenen Röstungen angeboten. Er kann auf unterschiedliche Weise zubereitet und mit verschiedenen Zusätzen wie Milch oder Zucker genossen werden. Etwa ein Viertel der Deutschen trinkt den Kaffee schwarz. Röstung, Zubereitungsweise sowie die Zugabe von Milch oder Zucker beeinflussen Geschmack und Verträglichkeit. Kaffee und auch Tee enthalten eine Reihe von organischen Säuren ( Chlorogensäuren ), die vom menschlichen Körper aufgenommen werden. So findet man nach etwa einer Stunde die höchste Konzentration dieser Säuren im Blut. Die Zugabe von Milch wirkt auf die Säuren wie ein Puffer, so dass der Geschmack milder wird. Zusätzlich bewirkt der Milchzucker eine leichte

Süßung des Kaffees. Ob die Zugabe von Milch die Bekömmlichkeit steigert, muss jeder für sich selbst beantworten. Verlässliche Studien hierzu liegen nicht vor. Der Gehalt an Chlorogensäuren hängt aber auch entscheidend von der Herkunft des Kaffees und seiner Röstung ab : Hochlandkaffee enthält weniger Säuren, längere Röstungszeiten bewirken ein verbessertes Aroma.

Interessant ist vielleicht auch, dass die Zubereitung einen wichtigen Effekt auf die Wirkung des Kaffees auf den Cholesterinspiegel hat : Filterkaffee enthält weniger von den Diterpenen Kahweol und Cafestol ( Kaffeeöl ), die den Cholesterinspiegel ansteigen lassen. Ungefi lterter Kaffee kann auf diese Weise zu einem erhöhten Cholesterinspiegel beitragen.