Frage : Wie gefährlich sind Darm-Divertikel, die bei einer Röntgenuntersuchung zufällig entdeckt wurden ? Es antwortet Dr. Michael Bellutti, Assistenzarzt an der Uniklinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie Magdeburg.

Divertikel sind sackartige Ausstülpungen der Wand des Verdauungstraktes und treten am häufigsten im Dickdarm mit einer Größe von fünf bis zehn Millimetern auf. Vor allem ältere Menschen sind von Divertikeln betroffen. Ursachen für Divertikel sind eine ballaststoffarme Ernährung und chronische Verstopfung. Sind mehrere Divertikel vorhanden, spricht man von einer Divertikulose, die meistens symptomlos bleibt. In zehn bis 25 Prozent kommt es jedoch zu einer lokalen Entzündung eines oder mehrerer Divertikel, man spricht dann von einer Divertikulitis. Diese äußert sich mit meist linksseitigen Unterbauchschmerzen, Fieber und Stuhlunregelmäßigkeiten.

Stellt sich ein solches Beschwerdebild ein, ist oft eine Krankenhausbehandlung mit antibiotischer Therapie und weiterer Diagnostik erforderlich. In schweren Fällen kann auch eine Operation notwendig sein. Eine Blutung aus Divertikeln kann eine weitere Komplikation darstellen, die manchmal eine Operation erfordert.

Zufällig bei einer Röntgen-Untersuchung entdeckte Divertikel bedürfen keiner weiteren Therapie. Sie sind harmlos, solange sich keine der genannten Komplikationen einstellt. Sollten jedoch wiederholt Bauchschmerzen und Fieber auftreten oder Blutbeimengungen beim Stuhlgang bemerkt werden, muss ein Arzt aufgesucht werden. Zur Vorbeugung einer Divertikulitis bei bekannten Divertikeln sind eine ballaststoffreiche Ernährung, eine Trinkmenge von mindestens zwei Litern täglich, sowie eine regelmäßige körperliche Aktivität empfehlenswert.

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