Kann ein Herzinfarkt zu einem gestörten Zuckerstoffwechsel führen ? Wie ist Letzterer zu behandeln ?

Es antwortet Dr. Andreas Lößner, Arzt an der Magdeburger Uniklinik für Endokrinologie und Stoffwechselkrankheiten. Ein Herzinfarkt stellt eine Stresssituation dar, in der es zur Beeinflussung des Zuckerstoffwechsels mit Anstieg des Blutzuckers kommen kann. Dabei wird zur Blutzuckersenkung Insulin gegeben. In dieser Akutsituation kann auch ein Diabetes neu entdeckt werden. Es sollte umgehend eine Behandlung erfolgen. Diese richtet sich nach der Form der Erkrankung, wobei der Typ-2-Diabetes mit 90 Prozent der mehr als 5 Millionen Diabetiker in Deutschland dominiert. Neben der Diät und vermehrter Bewegung zur Gewichtsreduktion, sollte eine gezielte Schulung erfolgen.

Zielwert der Therapie ist vor allem das Zuckergedächtnis ( HbA 1 c ) im Blut. Kann dieses mit den genannten Maßnahmen nicht erreicht werden, erfolgt eine medikamentöse Behandlung. Tabletten ( orale Antidiabetika ) einzeln oder in Kombination werden unter Beachtung von Begleiterkrankungen angewandt. Bleibt der Erfolg aus oder liegt ein Typ-1-Diabetes vor, muss unter Umständen Insulin gespritzt werden. Mit einer erfolgreichen Diabetestherapie können Folgeschäden und das Risiko für einen Herzinfarkt minimiert werden.

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