Frage : Mein Bankberater rät mir zu einer Anlage in Rohstoffen. Ist das überhaupt seriös ? Es antwortet Roland Püschner, unabhängiger Finanzplaner aus Berkau in der Altmark : In früheren Zeiten legten Anleger um die fünf Prozent ihres Vermögens in Gold an – quasi als Versicherung vor Inflation oder anderen Krisen an den Finanzmärkten. Heute haben Investoren gerade mal ein bis zwei Prozent Goldanteil in ihren Depots.

Aber nicht nur dieser Umstand spricht für zukünftig weiter steigende Preise beim Gold. Viele Notenbanken verkaufen zurzeit noch große Mengen des gelben Metalls. Das könnte sich irgendwann einmal ändern, denn die Notenbank von England hat schon die Hälfte ihres Goldbestandes verkauft. Und die Schweiz hat den Verkauf ihrer Bestände sogar schon eingestellt. Preise jenseits der 1000-Dollar-Marke sind für viele Experten keinesfalls zu hoch gegriffen.

Manch einen erinnert die Entwicklung der Rohstoffpreise an den Neuen Markt am Ende des Jahrtausends. Ein Fünkchen genügte, wie etwa höhere Lagerbestände beim Öl oder ein Rückgang der Wachstumsindikatoren, und schon brachen die Preise auf breiter Front ein. Ob das ein Ende des Booms ist, lässt sich aus heutiger Sicht schwer beurteilen. Sicher ist, dass wir eine kräftige Korrektur vor uns haben, die noch länger andauern kann.

Ein Anteil von fünf bis zehn Prozent an Rohstoffen am Gesamtdepot macht zurzeit durchaus Sinn. Risikofreudigere Anleger mit größerem Depotvolumen können bis zu 15 Prozent an Gold, Silber, Platin und Rohöl aufstocken. Dabei sind Minenaktien eine interessante Alternative.

Der Anlagezeitrum sollte möglichst fünf oder mehr Jahre betragen. Denn gerade Rohstoffe können auch in langen Aufwärtsbewegungen in einzelnen Jahren schnell mal 30 und mehr Prozent an Wert verlieren.

Wer da keinen langen Atem hat, muss mit Verlusten rechnen. In jedem Fall gilt es, das Ende der Aufwärtsbewegung nicht zu verpassen. Denn auch Rohstoffkurse steigen nicht ins Unermessliche, wie die vergangenen Monate gezeigt haben.

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