Frage : Gibt es in diesem Jahr einen besonders starken Pollenflug ? Wie sollten sich Pollenallergiker gegebenenfalls verhalten ? Es antwortet Prof. Bernd Freigang, Direktor der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde in Magdeburg:

Das saisonal unterschiedlich starke Auftreten von Blütenstaub in der Atemluft ist vor allem für Allergiker von großer Bedeutung. Die unterschiedlich starke Konzentration der Pollen und die Häufung verschiedener Pfl anzenpollenarten, die bei Allergikern starke Krankheitserscheinungen auslösen können, ist von den klimatischen Verhältnissen und dem Stand der Vegetation am Wohnort des jeweiligen Patienten abhängig.

Der so genannte Heuschnupfen ist dabei die häufigste Allergieart. Die betroffenen Personen reagieren vor allem auf Blütenpollen unterschiedlicher Pfl anzen mit zum Teil heftigen Niesattacken, Fließschnupfen, Augenjucken und Augentränen. Im späteren Verlauf können auch Luftnotanfälle und chronische Entzündungen der Nasennebenhöhlen mit Polypenbildung hinzukommen.

DerharteWinter 2005 / 2006 hat auch Auswirkungen auf den Pollenflug. Der Temperaturverlauf der vergangenen Wochen zeigt, dass auch im März die mittleren Temperaturen unter dem langjährigen Jahresdurchschnitt lagen und außerdem eine sehr feuchte Witterung bestand. Der Regen wäscht Staubpartikel und auch Blütenpollen aus der Atemluft aus und reinigt sie. Die Temperaturanstiege zum Monatsende des Aprils führten zu einem relativ raschen Start der gesamten Vegetation und damit auch zur gleichzeitigen Blüte verschiedener Bäume – wie Erle, Hasel, Weide und Birke. Beim Auftreten von windigem, sonnigem und trockenem Wetter kann es in diesem Frühjahr zu einem besonders starken Pollenfl ug kommen.

Allergiker sollten sich daher gut informieren und ihre Aktivitäten im Freien vom Pollenflug abhängig machen. Aktuelle Pollenfl ug-Vorhersagen sind auch im Internet tages- und monatsweise abrufbar, zum Beispiel unter www. wetteronline. de, www. donnerwetter. de oder www. pollenfl ug. de.

Übrigens : In Städten ist die Blütenstaubkonzentration in den Abendstunden am höchsten, auf dem Land ist das morgens der Fall. In dieser Zeit sollten Allergiker Türen und Fenster geschlossen halten und sich möglichst wenig in der Natur aufhalten. Die getragene Kleidung sollte nicht im Schlafzimmer gewechselt oder aufbewahrt werden. Ein abendliches Haarewaschen kann die Pollenlast zudem erheblich reduzieren. ( ukl )

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