Frage : Wie gefährlich ist eine Hepatitis-A-Infektion ? Wo besteht Ansteckungsgefahr ? Was kann man gegen die Krankheit tun ? Es antwortet Dr. Kathlen Wolle von der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie der Uni Magdeburg.

Die Hepatitis A ist eine Virusinfektion und weltweit verbreitet. Sie kommt vor allem in Ländern mit schlechten hygienischen Verhältnissen vor. Die Viren sind sehr resistent gegen Umweltfaktoren und können über Monate in Ab- und Trinkwasser überleben. Durch die Aufnahme von verseuchtem Wasser oder den Verzehr von Lebensmitteln, die mit infi ziertem Wasser abgewaschen wurden, kommt es zur Infektion.

Abhängig vom Lebensalter der Patienten kann die Hepatitis A sehr unterschiedlich verlaufen. Bei Kindern findet die Infektion meist unbemerkt statt, während nur etwa zehn Prozent der Erwachsenen ohne Symptome bleiben. Jedoch kommt es in nahezu 100 Prozent zu einer vollständigen Ausheilung. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung vergehen zwei bis sechs Wochen. Typische Symptome sind abrupt einsetzende Übelkeit, Fieber, Müdigkeit und Muskelschmerzen gefolgt von einer Gelbfärbung der Haut. Eine Infektion ist durch die Bestimmung von spezifi schen Antikörpern im Blut einfach nachzuweisen.

Wie bei allen Infektionserregern, die ausgeschieden und über den Mund wieder aufgenommen werden, ist die Einhaltung hygienischer Standards die Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Schutz vor einer Hepatitis A. Es sollte auf eine sorgfältige Reinigung der Hände nach der Toilettenbenutzung geachtet werden. Zudem ist empfehlenswert, nur abgekochtes Leitungswasser zu trinken oder für den Lebensmittelverzehr zu verwenden. Desweiteren existiert ein Impfstoff, der nach dreimaliger Applikation eine mindestens zehn Jahre anhaltende Immunisierung gewährleistet. ( ukl )

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